Moorrege : Pop in der Kirche

Moorreges Kantor Mitsuhiro Ikenoya (l.), Mitglied der ersten Stunde, sei instrumentell gesehen die eierlegende Wollmilchsau, so Initiator Detlef Winkel.
Moorreges Kantor Mitsuhiro Ikenoya (l.), Mitglied der ersten Stunde, sei instrumentell gesehen die eierlegende Wollmilchsau, so Initiator Detlef Winkel.

14 Musiker, die das spielen, worauf sie Lust haben: Das Konzept von „Almost Pop“ kommt an. Am 30. Mai gibt ’s ein Konzert in St. Michael.

shz.de von
19. Mai 2015, 16:45 Uhr

Moorrege | Die Idee ist ebenso einfach wie genial: gemeinsam Musik machen, ohne kommerzielle Hintergedanken, aber mit ganz viel Lust und Spaß. „Almost Pop“ heißt das Spektakel, das Publikum und Musikern gleichermaßen Laune bereitet, und das Sonnabend, 30. Mai, in der Moorreger St.-Michael-Kirche steigt – in seiner nun schon 15. Auflage.

Detlef Winkel ist der Vater der Idee, die ihm vor fünf Jahren kam. Nach 23 Jahren hatte der Holmer das dauernde Spielen in einer gewerbsmäßigen Band satt. Trotzdem wollte er aber weiterhin Musik machen. Mit anderen zusammenspielen. Experimentieren. Er sprach Berufsmusiker und Freie, alte Hasen und Hobbyinstrumentalisten an, ob sie nicht alle zusammen mal ein großes Konzert geben wollten. Wenige intensive Proben und sich dann in einen Auftritt stürzen – ohne kaufmännische Ambitionen, nur zum Spaß. Viele hatten Lust, und viele Zuschauer hörten sich das Ergebnis der gemeinsamen Sessions der zusammengewürfelten Truppe gern an. Der Spaß der Musiker übertrug sich aufs Publikum, die Fangemeinde der „Almost Pop“-Konzerte ist mittlerweile groß.

„Wir spielen nur Instrumente, die man auf der Bühne sehen kann“, erklärt Winkel. Das sei nicht ganz „unplugged“, denn der Bass wird oftmals verstärkt, und statt eines echten Klaviers steht meist ein elektrisches auf der Bühne. Aber das dürfe dann nicht als Synthesizer genutzt werden. So bestimmt es der Initiator, auch wenn er sich damit manches Murren einhandelt.

14 Musiker haben sich fürs Moorreger Konzert gemeldet. Interpreten aus drei Generationen, erzählt Winkel. St.-Michael-Kantor Mitsuhiro Ikenoya ist mit von der Partie. Er ist eigentlich immer dabei. Winkel: „Mitsu ist Gründungsmitglied von ‚Almost Pop‘“. Eine eierlegende Wollmilchsau sei er, was Instrumente betreffe. Marimba, Querflöte, Saxophon, Klarinette, Klavier – der Kantor könne eigentlich alles spielen – und singen.

Das Konzert beginnt um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr. Karten kosten 15 Euro. Etwa 250 Tickets gibt es insgesamt, gut 200 sind verkauft. Sie sind über die Internetseite zu bekommen. Vor Ort wird es ein Catering geben.

Bisher haben die Pop-Musiker mehr als 250 Titel dargeboten, schätzt der 58-Jährige. Und obwohl das Publikum gerne Wiederholungen wolle, stünden meist nur 20 Prozent ehemalige Songs auf dem Programm. Das meiste sei doch neu. Winkel hat eine komplizierte Software entwickelt, auf der alle Teilnehmer neue Vorschläge machen oder sich bei anderen aufgeführten Titeln eintragen können. Nach einem ersten Treffen blieben etwa 40 übrig. Für die müsse dann aber auch noch eine vernünftige Instrumentierung herauskommen. Da experimentierten die Musiker auch schon mal. Im übrigen klinge das gleiche Stück mit neuer Besetzung häufig ganz anders, erklärt Winkel. „Es ist auch für uns immer spannend, was spontan beim Auftritt passiert.“ 

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