Sportstätten in Wedel : Politik fordert Lösungen für Kicker an der Schulauer Straße

Bau- und Hygienemängel: Die Verwaltung steht in der Kritik. Es gibt zudem kaum Geld für Sofortmaßnahmen.

shz.de von
04. Juli 2018, 13:00 Uhr

Wedel | Mit Unverständnis und Kritik an der Verwaltung haben die Fraktionen im Bauausschuss auf die technischen, baulichen und Hygiene-Mängel in der Fußballanlage an der Schulauer Straße reagiert. „Warum müssen wir nun mit großem politischen Aufwand bereinigen, was hätte auf ganz normalem Weg passieren sollen?“, fragte Helmut Thöm (FDP) mit Blick auf ein offenkundig nicht funktionierendes Beschwerdewesen. Ganz ähnlich klang es bei Grünen, Linken und der SPD, die das Thema per Antrag und Prüfauftrag auf die Tagesordnung des Gremiums gehievt hatte.

Wie berichtet, beklagen die Vereine, die Fußballplätze und Umkleidekabinen im Freizeitpark nutzen, unter anderem mangelnde Funktion der Duschen, verdreckte Sanitäranlagen, Schimmel und massive Platzprobleme in den Kabinen der viel frequentierten Anlage. FC Roland-Vorsitzender Wolfgang Mertens sprach gegenüber dem Tageblatt von seit langem bekannten „katastrophalen Zuständen“ und nutzte die Einwohnerfragestunde im Ausschuss, um nochmals auf dringenden Handlungsbedarf hinzuweisen. Gerald Stooß, Vizechef des SC Cosmos, sekundierte und machte das Fass noch weiter auf: Überschwemmte, matschige Wege, zu wenig Plätze, Sicherheitsrisiko durch fehlende Beleuchtung und tatsächliche mehrfache schwere Verletzungen durch eine fehlende Umgrenzung des neuen Kunstrasenplatzes fanden sich auf seiner Mängelliste.

Seine Sorge, die Vereine könnten nicht an der noch in 2018 anstehenden Sportentwicklungsplanung beteiligt werden, konnte Bauamtschefin Gisela Sinz-König zerstreuen: Eine Einbindung gerade der Vereine sei unabdingbar, so Sinz-König. Sie sagte zudem zu, dass alles, was hygienisch und zur Erfüllung von Sicherheitsvorgaben erforderlich sei, noch im laufenden Jahr erledigt werden solle. Größere Investitionen jedoch seien vor der neuen Sportentwicklungsplanung „wirtschaftlich ungünstig“, sagte die Bauamtschefin und verwies auf 2019. Es gebe größere Probleme, etwa mit der Entwässerung, bei denen es um mehr als eine schnelle Beseitigung gehe. „Sonst hätten wir das gemacht, aber es ist teils zu kostenintensiv“, so Sinz-König. Sie ließ indes durchblicken, dass auch der Topf für Sofortmaßnahmen mehr als überschaubar sei. „Die ganze Wahrheit ist, wir haben 5000 Euro auf dieser Haushaltsstelle“, erklärte die Verwaltungsmitarbeiterin.

Angela Drewes hakte nach: Man müsse anders umgehen mit Beschwerden der Vereine, forderte die WSI-Ratsfrau. „Und wenn wir immer weiter die Etats beschnitten haben und es geht dann so viel kaputt, dann erwarte ich, dass die Verwaltung das offen kommuniziert“, so Drewes.

Die Frage von Petra Kärgel (Grüne), warum sich die Lage so zuspitzen konnte, könne sie „in der Tiefe nicht beantworten“, so Sinz-König und verwies auf die Vergabe von Serviceleistungen an Fremdfirmen. Es schwele schon länger an vielen Stellen, gestand die Bauamtsleiterin ein und blickte erneut auf die Sportentwicklungsplanung: „Um einen Prozess in Gang zu bringen, braucht es oft mehrere erschwerende Ereignisse.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen