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Wedel-Schulauer Tageblatt

24. Oktober 2017 | 03:03 Uhr

Wedel : Poetry Slammer rocken das BWC

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Organisator Sven Kamin freut sich über spontane Anmeldung. Volles Haus bei der 23. Auflage des „Wedel Schädels“.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Wedel | „Heute ist das passiert, worauf jeder Poetry-Slam-Veranstalter hofft“, freute sich Sven Kamin. Während sich der Organisator und Moderator der Veranstaltungsreihe „Wedel Schädel“ mit den vier Teilnehmern auf die Auftritte vorbereitete, stand plötzlich eine fünfte Teilnehmerin im Türrahmen. Heidrun Globig, ehemalige Basketballerin des SC Rist Wedel, hatte sich ein Herz gefasst und wollte ihre Gedichte erstmals einem breiten Publikum vorstellen.

„Es ist wahrscheinlich nicht gewünscht, dass man unangekündigt auftaucht, aber...“, versuchte sie sich für die verpasste Voranmeldung zu entschuldigen. Doch Kamin unterbrach: „Das ist genau das, was wir uns beim Poetry Slam wünschen.“

Als Veranstalter ließ Kamin es sich nicht nehmen, dem Neuling die Konkurrenz vorzustellen, mit der sich die Wedelerin im Bier- und Wein-Comptoir (BWC) messen musste. Angemeldet hatten sich Vicroria Helene Bergemann, Lennart Hamann, Monika Mertens und Arne Poeck. Der letztgenannte hatte sich nicht nur bestens auf seinen Auftritt vorbereitet, sondern konnte auch auf eine lange Slam-Historie zurückblicken. „Das ist mein Auftritt 503“, erläuterte der 56-Jährige, der über jeden seiner Poetry Slams genau Buch führt.

Dann wurde es abrupt still im „Aufwärmraum“, in dem zuvor wild durcheinander geredet wurde. „Konkurrenz gibt es hier nicht, sondern alle sollen Spaß haben“, sagte Kamin. Dabei ging es doch um etwas: Den „Wedel Schädel“ – einen Kunststofftotenkopf mit beleuchteten Augen. Die Stille basierte auf der Anspannung vor der Auslosung. Klare Meinung aller Teilnehmer: „Bloß nicht als erster auf die Bühne müssen.“ Da sei es immer schwer, viele Punkte zu sammeln und der Sieg sei fast vom Tisch.

Danach ging es direkt auf die Bühne. Jeder Teilnehmer durfte zwei Texte vortragen. „Da wir nur fünf Starter haben, gibt es heute eine Hin- und Rückrunde“, erläuterte der Organisator. Das übliche Finale entfiel und jeder durfte zwei Mal vor den über 60 Zuhörern auftreten.

Die ungeliebte Startnummer eins erwischte Hamann. Der 22-Jährige trug seine Liebeserklärung an die Schokolade vor. 21 Punkte. Die vergaben fünf Zuhörer per Wertungskarten von eins bis zehn. Bestes und schlechtestes Ergebnis wurden gestrichen. Die Verbliebenen addiert. Weiter ging es mit Beiträgen über Rappen in Reinbek, die Liebe und Brustwarzen.

„Da gibt es keine Grenzen solange es selbst geschrieben ist“, sagte Kamin. Mertens und Bergemann starteten mit 23 Punkten in die Rückrunde. Dort gab es jeweils 24 Zähler für beide. Ein Stechen drohte. Doch Hamann durchbrach den Fluch der Nummer eins und holte nach 21 Punkten in der Vorrunde satte 28 mit seinem Vortrag „Haus Hufflepuff“, einer Zauberschule aus der Harry-Potter-Reihe. Das bedeutete: Sieg und den Schädel.

Der nächste „Wedel Schädel“ findet am 20. November statt, Anmeldungen nimmt Kamin schon jetzt entgegen.

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