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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. August 2017 | 01:39 Uhr

Wedel : Platzt die Sanierungs-Rechnung?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Businesspark-Kontamination belastet laut Hamburgs Senat das Kraftwerksareal: Grüne fürchten mögliche Konsequenzen für die Rolandstadt.

Wedel | Die Antwort des Hamburger Senats auf eine Anfrage von Grünen-Fraktionschef Jens Kerstan hat Wedels Grüne alarmiert: Muss die Rolandstadt darum bangen, dass ihre Sanierungsrechnung für den ehemaligen Raffineriestandort und künftigen Businesspark am Elbufer aufgeht?

Es geht einmal mehr um das Thema, das die Rolandstadt seit Jahren beschäftigt und das sie eigentlich demnächst endgültig ad acta legen wollte. Die Rede ist von der Bodenkontamination auf dem ehemaligen Areal von ExxonMobil, das als Raffinerie- und Ölfabrik-Standort diente und zudem im Zweiten Weltkrieg massiv zerbombt wurde. Aus Antworten auf Kerstans Anfrage zu Risiken für die Umsetzung der Senatspläne zum Bau eines Gaskraftwerks oder der Übernahme des Kohlemeilers durch Hamburg geht hervor: Diverse Gutachten belegen Belastungen des Grundwassers und des Bodens im Untergrund des Kraftwerksgeländes.

Gefunden wurden leichtflüchtige Halogen-Kohlenwasserstoffe (LHKW) und „stellenweise auch erhöhte Konzentrationen für Benzol (BETX)“, wie es in der Drucksache 20/14469 heißt. Beide Stoffe seien im zweiten Grundwasserleiter im Süden des Geländes nachgewiesen worden. Und: Der Grundwassergleichenplan vom 15. August 2013 weise eine eindeutige Fließrichtung vom ehemaligen Mobil-Gelände auf das Kraftwerksgelände gleich nebenan aus.

„Die Zusammensetzung der Stoffkomponenten des zweiten Grundwasserleiters lässt auf eine Quelle schließen“, ist dort weiter zu lesen. Im Klartext: Offenbar trägt das Grundwasser die Belastungen des alten Raffineriegeländes rüber zum Kohlemeiler-Areal.

Sanierungskonzept für das Kraftwerksgelände nicht erforderlich

Fraglich ist mit welchen Konsequenzen – nicht nur für Kerstan. Zwar heißt es in der Senatsvorlage, was auch eine Vattenfall-Sprecherin auf Tageblatt-Anfrage erklärte: Ein Sanierungskonzept für das Kraftwerksgelände existiere nicht und sei auch nicht erforderlich. Und zumindest Vattenfall geht nicht davon aus, dass die nachgewiesenen Belastungen den möglichen Bau eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) gefährden. Wedels Grüne jedoch sehen die Kontaminationen mit Sorgen. Zum einen, weil sie feststellen müssen, dass Wedel bisher von der Belastung des Nachbargrundstücks offenbar nichts wusste, so Fraktionschef Olaf Wuttke. Er möchte nun das Warum geklärt wissen.

Viel wichtiger seien jedoch weitere Fragen, sagt Wuttke. Die nach möglichen rechtlichen Ansprüchen gegenüber Wedel, nach Auswirkungen auf das Sanierungskonzept für die Businesspark und letztlich nach finanziellen Konsequenzen. Kann die Kontamination des Nachbargrundstücks womöglich am Ende Kosten für Wedel verursachen, die den kalkulierten Finanzrahmen der Sanierung sprengen? Eben dies soll nun Wedels Verwaltung ermitteln, so der Auftrag der Grünen im Hauptausschuss. Jörg Amelung, in der Verwaltung Projektverantwortlicher für die Entwicklung des Businessparks, erklärte: Die Stadt werde die Untersuchungen prüfen und eine entsprechende Vorlage präsentieren.

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erstellt am 11.Feb.2015 | 10:00 Uhr

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