Tinsdaler Weg / Galgenberg / Am Rain : Planungen für Wedeler Quartier: Mehr Sozialwohnungen als gefordert

Die Riegel aus den 50er Jahren sollen renoviert und modernisiert werden. Zudem ist eine Nachverdichtung geplant. Der Wohnimmobilienfonds Wertgrund Wohnselect D hat jetzt ein Konzept vorgelegt, wonach 40 Prozent der neuen Wohnungen mit öffentlichen Fördermitteln realisiert werden sollen.
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Die Riegel aus den 50er Jahren sollen renoviert und modernisiert werden. Zudem ist eine Nachverdichtung geplant. Der Wohnimmobilienfonds Wertgrund Wohnselect D hat jetzt ein Konzept vorgelegt, wonach 40 Prozent der neuen Wohnungen mit öffentlichen Fördermitteln realisiert werden sollen.

Wertgrund plant für eine Nachverdichtung im Quartier. 40 Prozent öffentlich geförderten Wohnraum.

shz.de von
17. April 2018, 16:00 Uhr

Wedel | Ende 2017 hatte der Wohnimmobilienfonds Wertgrund Wohnselect D als Eigner der Anlage Tinsdaler Weg / Galgenberg / Am Rain der Politik überarbeitete Pläne für eine Modernisierung und Nachverdichtung im Ensemble der 1950er-Jahre-Bauten vorgestellt. Offen blieb seinerzeit, wo und wie der neue Eigentümer die vom Rat geforderten 30 Prozent Sozialwohnungsbau bei dem 15-Millionen-Euro-Projekt realisieren möchte. Jetzt hat Wertgrund ein Konzept nachgelegt, das eine merkliche Übererfüllung der Klausel vorsieht und zumindest bei der Stadt ausgesprochen positiv ankommt.

Laut Verwaltung bietet Wertgrund an, abweichend vom Grundsatzbeschluss des Rates 40 Prozent der Neuwohnbaufläche mit öffentlichen Fördermitteln zu realisieren. Insgesamt sollen 82 Wohnungen neu gebaut werden. Die Sozialwohnungen sollen, so die Wertgrund-Überlegung, ausschließlich in den neun Bestandshäusern entstehen, die umfangreich modernisiert und deren Dachgeschosse ausgebaut werden. Von den 31 öffentlich geförderten Wohnungen sind 21 für die jetzigen Bestandsmieter vorgesehen. Für die übrigen zehn derzeit leerstehenden Wohnungen soll Wedel ein Belegungsrecht über die gesamte Laufzeit der sozialen Bindung – sprich 15 Jahre – erhalten.

Eine Lösung, die nach Darstellung der Verwaltung mehrere Vorteile hat. Eine ist das nach Rechnung der Stadt deutliche Plus an Sozialwohnungen. Würde an der 30-Prozent-Klausel für den Neubau – geplant sind sechs weitere Häuser mit insgesamt 62 Wohnungen – festgehalten, so würden laut Verwaltung nur etwa 19 Sozialwohnungen entstehen. Über keine könnte Wedel verfügen, und unter Umständen würde auch kein Wedeler Wohnungssuchender in diese Wohnungen einziehen, da der Eigner sie frei an berechtigte Personen vergeben könnte.

Vergabe an Wedeler und Bestandmieter

Beim jetzt vorgelegten Konstrukt dagegen will sich Wertgrund verpflichten, Sozialwohnungen, die frei werden, ausschließlich an berechtigte Wedeler zu vergeben. Aktuell ist indes geplant, die 21 Wohnungen ohne Belegungsrecht für Wedel mit Bestandsmietern zu besetzen, die entweder einen Wohnberechtigungsschein haben oder als Härtefälle in teils mehr als 40-jährigen Mietverhältnissen auch weiter von einer geringen Miete profitieren sollen.

Ein Sozialplan, den der Fonds als Vermieter eigens erarbeitet habe, schreibt Wertgrund in einer Erläuterung. Im Falle der Realisierung der Sozialwohnungen in den sechs neuen Häusern drohe 21 Mietparteien, von den die meisten länger als 30 Jahre in der Siedlung lebten, eine Mieterhöhung auf durchschnittlich 8,48 Euro pro Quadratmeter. Zweieinhalb bis drei Jahre später würden dagegen etwa 20 neue Mietparteien in den Neubauten für 6,10 Euro pro Quadratmeter einziehen können. Den betroffenen Bestandsmietern würde auch eine Aussicht auf einen späteren Umzug in die Neubauten nicht helfen, weil die meisten die im Herbst oder Winter 2018 eintretende Miete für die modernisierten Wohnungen nicht verkraften könnten und ohne Aussicht auf angemessenen Ersatz kurzfristig ausziehen müssten, führt Wertgrund aus. Die Stadt sieht ihrerseits zudem den Vorteil, die zehn Wohnungen mit Belegungsrecht kurzfristig zur Verfügung zu haben.

Der Planungsausschuss berät in seiner heutigen Sitzzung über einen Planungsvorvertrag, der den sozialen Wohnungsbau in den Bestandsgebäuden ermöglichen soll. Die Sitzung im Ratssaal des Rathauses beginnt um 18 Uhr.

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