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Wedel : Planungen für die Sanierung und den Rückbau der Mole laufen

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Jetzt geht’s an „Schnalles Hafen“. Die Autofähren-Pläne sollen nicht gefährdet sein. FDP beantragt Verschiebung.

shz.de von
erstellt am 19.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Wedel | Der Hafen am Elbufer des neuen Wedeler Gewerbegebiets: Er war das Zentrum der städteplanerischen Vision von einem Sahnestück an der Elbe, als das die Stadt ihren Businesspark noch vor zwei Jahren beworben hat. Eine Vision, die von der wirtschaftlichen Realität eingeholt wurde. Ende 2013 wurde die Idee einer kostenintensiven Revitalisierung der als „Schnalles Hafen“ bekannten Anlage begraben. Jetzt sollen tatsächlich Fakten geschaffen werden.

Noch im Dezember soll die Politik Pläne zum Abbruch der maroden Mole inklusive Steinaufschüttung vor der Kaimauer absegnen. Eine entsprechende Vorlage war bereits kurz im vertraulichen Teil des Finanzausschusses auf dem Tisch und wurde vertagt. Am 2. Dezember wird sich der Planungsausschuss erneut mit dem Thema befassen – voraussichtlich nichtöffentlich. Hintergrund ist die Sanierung zweier so genannter Hotspots, stark kontaminierter Bodenareale im Hangbereich Richtung Hafenbecken. Die steht immer noch auf Wedels Sanierungsverpflichtungs-Agenda. Kostenpunkt: rund 1,2 Millionen Euro.

Während die Hauptfläche des 18-Hektar-Areals bereits seit Monaten saniert ist, wurden die Dekontaminationsarbeiten hier immer wieder verschoben. Auch weil verschiedene Projektentwickler mit Ideen für eine Nutzung anklopften – sei es als Maritimes Zentrum mit Reparaturhafen oder als Autofähranleger.

Begräbt Wedel nun mit dem Hafen auch die Autofährenpläne? Klares Nein von Wirtschaftsförderer Manuel Baehr. Die Stadt habe einen klaren politischen Auftrag, die Möglichkeit eines Fährbetriebs, wie ihn Becker Marine Systems aus Hamburg vorgestellt hat, zu prüfen. Und Wedel werde mit den Bauvorhaben nichts unternehmen, was dieser Option entgegen stehe. Im Gegenteil habe Becker Marine Systems den Molen-Abriss sogar begrüßt, so Baehr. Der Plan der Stadt: Bis Ende 2015 soll der Hafen zurückgebaut sein. Parallel zu den Arbeiten will Wedel Anfang 2015 mit der verkehrlichen Erschließung des Businessparks beginnen.

Für Wedels FDP kommt der Hafenrückbau allerdings zu früh. Die Liberalen monieren: „Diese Lösung wäre das Ende einer mit zwei Jahren extrem kurzen Kette von Plänen, die von einem belebten Hafen mit Beachclub über einen Hafen ohne gewerblichen Betrieb aber mit Wassererlebnis-Charakter, einer schwimmenden Bühne bis zur schlichten Steinschüttung reicht.“ Der Rückbau werde weder der Bedeutung des nutzbaren Elbufers für die Naherholung gerecht noch den in Kürze anstehenden Entscheidungen in der Region.

In einem Antrag zur Planungsausschusssitzung fordert die FDP, die Maßnahme bis Sommer 2015 zurückzustellen. Wedel solle warten, bis über die Zukunft des Vattenfall-Kraftwerks entscheiden ist und belastbare Zahlen zu Möglichkeiten und Auswirkungen eines Autofährverkehrs vorliegen. Sollten zwischenzeitlich weitere Planungen für Hafen und Umfeld notwendig werden, seien zumindest Wassererlebnisbereiche, Bootsrampe und Straßenanbindung vorzusehen, heißt es weiter in dem Antrag. Im Umfeld des Elberadwegs seien Unterstellmöglichkeiten und Einrichtungen für Touristeninformationen zu schaffen.

Der Planungsausschuss tagt am Dienstag, 2. Dezember, ab 18 Uhr im Rathaus.
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