„Ihr dürft stolz auf euch sein“ : Pestalozzischule in Wedel verabschiedet zehn Absolventen

Geschafft: Die Absolventen der Pestalozzischule mit ihren Klassenlehrerinnen Svenja Bartsch (Zweite v. l.) und Judith Sigmund (r.).
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Geschafft: Die Absolventen der Pestalozzischule mit ihren Klassenlehrerinnen Svenja Bartsch (Zweite v. l.) und Judith Sigmund (r.).

Pestalozzischule verabschiedet zehn Absolventen. Offener Ganztagsbereich geschlossen. Nur noch zwei weitere Abschlussjahrgänge.

shz.de von
09. Juli 2015, 14:15 Uhr

Wedel | Abschlussfeier gestern im Autal 37: Eine kleine Feiergesellschaft – schließlich waren es lediglich zehn Absolventen, die Förderschul-Leiter Kay Jensen und sein Kollegium verabschiedeten. Groß war dagegen die spürbar persönliche Bindung zwischen Schülern und Lehrkräften, die der Feier den bekannten besonderen Stempel aufdrückte. „Wir kommen immer gern hierher“, sagte denn auch Bürgermeister Niels Schmidt im Namen seiner Verwaltungsmitarbeiter. Gerade bei der Verabschiedung der Absolventen der Pestalozzi-Schule herrsche eine Atmosphäre, die „das Herz erwärmt“, so Schmidt.

Es waren indes nicht nur warme Worte, die Jensen in seiner Rede fand. Denn mit seinen zehn ehemaligen Schützlingen verabschiedete er auch vier Kolleginnen, die das offene Ganztagsangebot gestaltet hatten. Elf Jahre lang, nahezu die gesamte Zeit im gleichen Team, „mit viel Liebe und Herzblut“, so Jensen. Die Schließung des Ganztags – es sei ein Schritt, den die Schule infolge der Inklusion habe gehen müssen und der ihn traurig stimme, bekannte der Schuleiter. Und die Uhr ticke weiter, sagte Jensen. „Zwei Jahre noch, dann haben wir auch keine Abschlussfeiern mehr.“ Dann ist Schluss mit dem Modell Förderschule, die zurzeit lediglich noch 21 Schüler plus zwölf Kinder im Schultraining besuchen. Was bleibt, ist ein Förderzentrum. Am Konzept arbeiten Jensen und seine Kollegen derzeit.

Ihre Arbeit getan haben sie dagegen an und mit denen, deren Ehrentag gefeiert wurde. Erfolgreich, wie in den Beiträgen der Absolventen deutlich wurde. „Die Schule hat mich verändert“, „Ich bin selbstbewusster geworden“, „Wir wollen den Hauptschulabschluss schaffen, die PLS hat uns gut darauf vorbereitet“ oder einfach „Wir hatten viel Spaß“. Sätze, die für sich sprachen. Ebenso wie der Besuch von Robin Finger. Er war wenige Monate vor dem Abschluss weggezogen und gestern extra aus dem Rheinland gekommen, um sich angemessen von seiner Schule zu verabschieden.

„Ihr dürft stolz auf euch sein“, rief Jensen seinen Abgängern zu. „Jeder hat seinen Abschluss in der Tasche und kann ins Leben entlassen werden.“ Ein Leben, bei dessen Planung über kurz oder lang Arbeit den Schwerpunkt markieren werde. „Passt auf, dass ihr am Ball bleibt“, so Jensen, der immer wieder die Schüler einlud, ihn zu besuchen und zu berichten, wie es läuft. Auch Schmidt ermunterte die Absolventen: „Ihr habt hier eine gute Grundlage erhalten für das, was in den nächsten Jahren auf euch zukommt.“ Er kenne viele ehemalige Pestalozzischüler, die ihre Berufsausbildung absolviert hätten oder in Institutionen wie der Feuerwehr wirkten. „Und wenn ihr meint, ihr könnt euch nicht vorstellen, das, was da kommt, hinzukriegen, denkt einfach an den HSV. Das schafft ihr auch.“

Lena-Janine Becker, Sarina Bohse, Robin Finger, Sarah Hagedorn, Kevin Kerl, Philipp Kleiss, Daniel Kohlrausch, Vanessa Mende, Miguel Naujok, Ann-Christin Rohwedder.
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