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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. August 2017 | 17:12 Uhr

Wedel : Parkgebühren: Die Kritik bleibt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mängel: Zu kleine und zu wenig Schilder, Automaten, die nicht wechseln, und Dauerparker, welche die Nebenstraßen verstopfen.

Wedel | Auf den Tag genau vor zwei Monaten ging’s los: Fürs Parken in der Wedeler Innenstadt müssen die Autofahrer bezahlen. Das erste große Steuerloch Ende 2011 zwang zu Einsparungen und zur Akquirierung neuer Geldeinnahmen. Unter großen Geburtsschmerzen und von lauten Protesten begleitet entschied sich die Politik für eine Parkraumbewirtschaftung von Bahnhofstraße sowie einigen Nebenstraßen und drei größeren Parkflächen.

Wie kommt das an – nach sechzig Tagen? Die Antworten auf die Frage sind je nach Betroffenheit unterschiedlich. Jan Lüchau, Vorsitzender der Innenstadtkaufleute, hat die Geschäfte in der Bahnhofstraße angeschrieben. Deren Feedback sei im Grundtenor negativ. Zwei Läden mit expliziter Laufkundschaft würden einen Frequenzrückgang bereits spüren, berichtet er.

Die Parkbuchten blieben anfangs oft leer, jetzt füllten sie sich langsam wieder, hätten Lüchau und sein Vize Jörg Feuchtner beobachtet. Das kann Dana Hartz vom Buchhaus Steyer bestätigen. Sie habe jetzt häufig freie Sicht auf die Fahrbahn, sagt sie und lacht. Außerdem sei es hektischer geworden: „Viele betätigen die Brötchentaste für 15 Minuten frei Parken und haben es dann sehr eilig.“

„Ein echtes Problem ist die Beschilderung“, so Lüchau und Feuchtner. Zu klein und zu wenige, lautet ihre Kritik. Das gelte für die sieben Schilder, die den Parkbereich anzeigen als auch für die Signale auf den Automaten. Die Kunden guckten sich suchend um, legten womöglich sogar noch eine Parkscheibe ins Auto, bekämen ein Knöllchen, verstünden es nicht und kämen nicht wieder: Das sei die bittere Konsequenz. Auch dass die Automaten kein Wechselgeld auswerfen, stoße Kunden auf.

Das allerdings sei üblich, erklärt Cornelia Wegner vom Ordnungsamt. Weil die öffentlichen Automaten sonst runde höhere Beträge verlangten, falle es nicht auf, vermutet sie. Wegner betont, dass die Stadt in den vergangenen zwei Monaten nicht mehr Knöllchen verteilt habe als sonst. Die Umstellung von Parkscheibe auf Parkschein sei gut angelaufen. „Wir hatten viele Gespräche, aber wenig unangenehme“, sagt sie.

Es waren wesentlich mehr Fahrräder unterwegs, das sei aufgefallen. Und: Die Dauerparker wichen in die nebenanliegenden Wohnstraßen und auf die freien Flächen beim Festplatz und bei der alten Sporthalle aus.

Zugeparkte Nebenstraßen, das nervt die Bewohner. Ralf Riedemann wohnt in der Vogt-Körner-Straße: „Ich bekomme unter der Woche vor meinem Haus keinen Parkplatz mehr“, schimpft er. Riedemann kümmert sich auch um das Gebäudemanagement in den Welau-Arcaden. „Die Situation hat sich für uns um einiges verschlechtert“, bilanziert er das Parkproblem dort. Zwei Euro für den ganzen Tag: Die obere Fläche sei immer in null Komma nix voll. Die Kunden bekämen dort oft keinen Platz mehr und wollten oder könnten nicht unten parken.

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erstellt am 25.Okt.2014 | 16:00 Uhr

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