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Wedel-Schulauer Tageblatt

27. Juli 2017 | 14:46 Uhr

Ostmole ohne Glas im Flutschutz?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mehrheitsbeschluss SPD, Grüne, WSI und Linke lehnen durchsichtige Mauerelemente ab / Hafenmeisterhaus wird neu gebaut

Der Grundsatzbeschluss zum Neubau der Ostmole steht. Was fehlte, waren die Entscheidungen über Glaselemente und Neubau oder Sanierung des Hafenmeisterhauses. Eine Entscheidung, die dränge, um weiter planen und Fördermittel beantragen zu können, hatte die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage für den Planungsausschuss verdeutlicht. Auch um nicht in eine nächste Hochwassersaison zu rutschen und damit noch mehr Zeit zu verlieren. Jetzt steht das Votum – mit einer Konsequenz, die das Aus für ein wesentliches Charakteristikum der Planung bedeuten könnte:. Die Rede ist von der durchbrochenen und teilverglasten Flutschutzwand, die Blick- und Wegebeziehungen zwischen Stadt und Hafen verbessern soll.

Auf Einladung der Verwaltung erläuterten die Architekten und Ingenieure der konzeptverantwortlichen Hamburger Büros Bruun & Möllers, Ramboll IMS und BOF Vor- und Nachteile der einzelnen Optionen. Positiv an Glas wäre neben einer Blickbeziehung demnach, dass es wesentlich weniger wartungsintensiv und weniger störungsanfällig wäre als die metallenen Hochwasserschutz-Platten. Diese seien in einem schlechten Zustand und erforderten ohnehin einen Rückbau oder die Erneuerung, die mit Glas laut den Planern „nur unwesentlich teuer“ sei. Knapp 170  000 Euro Mehrkosten für 60 Zentimeter hohe Glaselemente zeigt die Kalkulation für die anvisierten 100 Meter der Schutzmauer.

„Wir können gut ohne Glas leben“, konstatierte Manfred Eichhorn für die SPD. Der Effekt sei minimal und komme nur auf wenigen Metern zum Tragen. Wer an der Schulauer Straße Richtung Strandweg gehe, werde ohnehin die neue Promenade nutzen. Zudem könne man aus der Hafenstraße an jedem Punkt schon jetzt über die Mauer hinweg die Elbe sehen, so der Sozialdemokrat. „Glas ist nur ein gestalterisches Element. Wir sind dagegen und für die billigste Variante. Wir wollen nur die Erneuerung der Klappen“, so Eichhorn. Gudrun Nagel pflichtete ihm für die WSI bei.

Anders Martin Schumacher (FDP). Glas minimiere die Riegelwirkung und entspreche der Leichtigkeit der neuen Anlage insgesamt. Wenn die Sicherheit gewährleistet sei und sich die Kosten im Gesamtetat-Rahmen bewegten, sei die FDP dafür. So sah es auch die CDU. Glas sei das essenzielle Element der Gesamtplanung, bestätigte Architekt Moriz Möllers: „Es sind 60 Zentimeter, die sehr viel ausmachen.“

Die Grünen dagegen sahen sich nicht in der Lage, abzustimmen und meldeten Beratunsgbedarf an. Auch weil die Förderfähigkeit der Glaselemente noch nicht geklärt sei, so Fraktionschef Olaf Wuttke. Laut erster Aussage des zuständigen Innenministeriums gebe es dafür keine Förderung, erläuterte Elisabeth Hoppe von der Bauverwaltung. Man wolle jedoch noch einen Vorstoß unternehmen. Gleiches gelte übrigens auch für die Klappenerneuerung: Auch dafür greife nicht die sonst bei der Maßnahme übliche Zwei-Drittel-Kostenbeteiligung.

Michael Schernikau erinnerte daran, dass nicht ein Bauauftrag, sondern lediglich die Aufnahme in die Planungsgrundlage für den Förderantrag zur Abstimmung stehe. Er sah zudem keine Grundlage für den Beratungsbedarf der Grünen. Wuttke widersprach. Seine Partei wurde dennoch überstimmt. Auf Antrag der Linken wurden die Einzelpunkte dann getrennt abgestimmt: Lediglich CDU und FDP votierten dabei für Glas im Flutschutz, alle übrigen dagegen – abgelehnt.

Anders der Punkt Rekonstruktion des Hafenmeisterhauses. Gegen Grüne und Linke stimmte der Ausschuss für Abbruch und Rekonstruktion nach dem alten Vorbild. Der sei zwar rund 12  000 Euro teurer, dafür aber hochwassersicher bis 6,30 Meter, barrierefrei und deutlich besser nutzbar, erläuterten die Architekten. Was die Nutzung selbst angeht, so billigten die Fraktionen die Optionen Touristeninformation oder Hafenbetrieb.

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erstellt am 06.Jul.2017 | 16:00 Uhr

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