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150 Jahre Möller-Wedel : Optik gestern und heute ganz nah

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Zum Jubiläum öffnen die Optischen Werke ihre Tore und bieten ein reichhaltiges Kulturnacht-Programm an.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Wedel | Wie war das früher, wie funktioniert das heute: modernste Produktionsabläufe und gleich daneben anschauliche Aufklärung darüber, was und wie im vergangenen Jahrhundert gefertigt wurde. Einen einmaligen Einblick in diese beiden Welten erhalten alle Besucher, die sich während der Kulturnacht, Sonnabend, 17. Mai, in den Rosengarten 10 „verirren“. Dort residiert Wedels – wenn nicht sogar Schleswig-Holsteins – ältester Industriebetrieb: „Möllers Optische Werke“. Und zum 150-jährigen Bestehen in diesem Jahr schenkt der Traditionsbetrieb seiner Stadt ein reichhaltiges Kulturnacht-Festprogramm.

Ab 17 Uhr geht es auf dem Werksgelände los. Offene Schauräume im produzierenden Teil des Industriekomplexes zeigen heutige Präzisionsarbeit. Historische Fotos erzählen von der Geschichte der Möller-Werke. Inklusive eines 2,50 Meter langen Stammbaums der Familie, der dort hängt und auf dem sich – Stichwort Heirat – sicher auch so manche andere Wedeler Familie wiederfindet. Geschichtsinteressierte Gäste kommen im sogenannten Technicon auf ihre Kosten. Die industriehistorische Sammlung, die in der alten Linsenschleiferei untergebracht ist, zeigt neben alten Ferngläsern und Mikroskopen Möllerscher Fertigung auch Solar- und Tonbandtechnik aus Wedeler AEG- und Telefunkenzeiten.

Firmengründer Johann Diedrich Möllers wertvolle Diatomeen (Kieselalgenpräparate), mit denen – so war es Ende des 19. Jahrhunderts Mode – kunstvolle Bilder gelegt wurden, von denen einige im Technicon lagern, sind Gegenstand eines Vortrags, den Fachmann Matthias Burba hält. Beginn ist um 17.30 Uhr. Ab 18 Uhr gibts Bastelspaß für die Jüngeren. Im Kinderlabor darf ein Periskop, ein „Um-die-Ecke-Gucker“, gebaut werden.

Und wer eine alte Brille hervorkramt, mitbringt und hergibt – für Menschen in Entwicklungsländern–, kann Sonnabendabend nicht nur Gutes tun, sondern wird auch belohnt: mit einem Jubiläums Bierglas und einer Überraschung. „Glas gegen Glas“ heißt die Aktion. Allermodernste Operations- und Lasertechnologie neben versierter Pump- und Filtertechnik: Auch das Wasserwerk darf während der Kulturnacht besichtigt werden. Auf den Wasserturm hinauf kanns diesmal allerdings nicht gehen, bedauern die Verantwortlichen.

1864 richtete Johann Diedrich Möller im Alter von 20 Jahren in seinem Elternhaus in Wedel, Hinterstraße 13, eine kleine optische Werkstatt ein. Er hatte eine Kunstmaler-Lehre und eine Optikerausbildung absolviert und widmete sich nun leidenschaftlich der Welt der Mikroskope, Prismen, Linsen und Spiegel und experimentierte mit ihnen. Für seine kunstfertigen Diatomeen (Kieselalgenpräparate) wurde Johann Möller vielmals ausgezeichnet. Sohn Hugo baute  ab 1908 die kleine Werkstatt zu einem Industriebetrieb im Rosengarten aus. Mit seinen Prismenferngläsern hatte er auch im Ausland großen Erfolg. Alfred und Hans Möller (dritte Generation) gelang der Einstieg in die Medizintechnik, Jürgen und Klaus Möller (vierte Generation) führten Ende der 1970er Jahre die Mikroelektronik in die Entwicklung ein. Heute ist Möller Wedel Teil der schweizer Haag-Streit-Gruppe.
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