Wedel : Open-Air neben dem Theaterschiff

Erstbesetzung: Jedes Jahr wird die Open-Air-Kulisse im Frühjahr grundüberholt.
2 von 2
Erstbesetzung: Jedes Jahr wird die Open-Air-Kulisse im Frühjahr grundüberholt.

Bereits in der 26. Saison spielt die Batavia-Crew „Pippi Langstrumpf“ Open-Air neben dem Theaterschiff. Jeden Sonntag ab 16 Uhr.

Avatar_shz von
18. Juli 2014, 12:00 Uhr

Wedel | Die Pippi-Darstellerinnen wechseln – die Villa Kunterbunt bleibt. Seit nunmehr 26 Jahren trotzt das schiefe, aber stabile Bühnenbild neben der Batavia-Hoppetosse während der Sommerfreilichtsaison dem Wetter. Ob Sonne, Wind oder Regen: Die Villa Kunterbunt hält Stellung. Sogar selbst dann, wenn Ensemble und Publikum wegen Nässe von oben ins Unterdeck umziehen müssen.

Jeden Herbst wird die Villa eingelagert, jedes Frühjahr grundüberholt, erzählt Käpt’n Hannes Grabau. Sie ist immer noch dasselbe Leichtbauhaus wie schon in der Premiere. Die Produktion „Pippi Langstrumpf“ läuft auf der Batavia mittlerweile so lange, wie auf keiner anderen Bühne. Kein Wunder, sagt Grabau, der das Rezept für den Erfolg kennt: „Alle Kinderrollen sind bei uns mit Kindern besetzt, alle Erwachsenenrollen mit Erwachsenen.“

Das erfordert natürlich Mehrfachbesetzungen bei den jungen Mimen. Beispielsweise gibt es vier Pippi-Darstellerinnen. Allerdings bekommt nicht jede, die Lust aufs Theaterspielen hat, sofort die Hauptrolle. Man muss sich seine Sporen im Batavia-Ensemble verdienen. Die Kinder fangen meist als Annika an und rücken dann auf, wenn sie Erfahrung und Sicherheit gewonnen haben, erzählt Grabau. In dieser Saison spielen Svenja Lange, Anna Voß und Marielena Schulz-Oster die Pippi. Lina Skubella ist als Neubesetzung hinzugekommen.

Bunt und scheinbar wackelig, in Wirklichkeit standfest und trutzig steht die Villa Kunterbunt in der Marsch. So viele Kinder sind ihr schon aufs Dach gestiegen, durften Leiter hoch, Leiter runter, nach Herzenslust durchs Haus toben. Und haben doch nicht das erlebt, was das alte Bühnenbild bereits erleben durfte. Die Villa ging nämlich schon mal auf Tour. Auf Gastspielreise in die DDR.

Das war im Frühjahr 1990, die Mauer war gefallen, aber man musste noch über die Grenze und durch den Zoll, erzählt Käpt’n Grabau. Ein Bus der Batavia-Truppe war mit den Schauspielern besetzt, im zweiten Bus fuhren die Kulissen mit. Es ging nach Wolgast, in die Halle der Völkerfreundschaft – um eine Städtepartnerschaft aufzubauen. Die sächsischen Grenzbeamten filzten den Kulissenbus lange. Sie waren sehr verwundert über den Inhalt, ein wenig ärgerlich vielleicht, auf alle Fälle lag Spannung in der Luft. Da sprang die Pippi aus dem Bus. Grabau hatte vorher dafür gesorgt, dass alle Spieler in Kostüm und Maske waren. „Das stärkste Mädchen der Welt“, sächselten die Grenzer – und lachten herzhaft. Völkerverständigung in Langstrumpf Manier.

„Pippi Langstrumpf“ Open-Air wird bis zum 5. Oktober jeden Sonntag ab 16 Uhr neben der Batavia, Brooksdamm, gespielt. Karten kosten für Kinder acht, für Erwachsene zehn Euro. Sie können unter www.batavia-wedel.de reserviert werden.
zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen