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Wedel-Schulauer Tageblatt

25. September 2017 | 09:52 Uhr

Ochsenmarkt-Konzept in der Kritik

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Auftrieb am Sonnabend: Imker bangt um Zulauf von Schülern / Agentur „elbmenschen“ will gezielt in Schulen werben

Mit ihrem Konzept, Kontinuität mit neuen Ideen zu verknüpfen, haben die „elbmenschen“ Wedel Marketing überzeugt – und die Ausschreibung für den neuen Wedeler Ochsenmarkt gewonnen. „Tradition 2.0“ steht über den Planungen der Agentur. Das soll es auf den Punkt bringen: Die Neuausrichtung der Großveranstaltung verknüpft das frühere bewährte Alte mit frischem Wind von morgen.

Doch dieser neue Schwung kommt nicht überall gut an. Traditionen brechen, das geht einigen Teilnehmern zu schnell. Besonders die größte Veränderung – die Verlegung des eigentlichen Ochsenmarkts vom angestammten Freitag auf den neuen Sonnabend – sorgt für Irritationen. Jedenfalls bei Wolfgang Abermeth. Der Imker, der seit Urzeiten mit seinen Bienen im Kleintierzelt mit dabei ist, ist sauer: „Da ist was völlig schiefgelaufen“, sagte er am Tageblatt-Telefon.

Abermeth bangt um die Schüler. Klassenweise kamen sie freitags früh zur Eröffnung. Sonnabends werden sie nun wohl wegbleiben, so seine Sorge. Gerade aber das Kleintierzelt mit seinen Kaninchen, Hähnen und Hühnern, Vögeln und Bienen zeige lebendigen Biologieunterricht. „Wir Imker haben uns stets sehr gefreut, die reale Bienenwelt einschließlich der Umwelt mit ihren Schwierigkeiten real mit lebenden Bienen aufzuzeigen“, erklärt er und ärgert sich: „Die Darstellung von heimischen Tieren ist kein Event, sondern bittere Notwendigkeit.“


Rundert Tisch mit Schulleitern geplant


Doch das sehen die „elbmenschen“ ebenso. Abermeths Wunsch, die Schulkinder zu erreichen, ist auch der ihre. „Einer unserer Kerngedanken für den Ochsenmarkt ist es, gerade die Schulklassen zu integrieren“, erklärt Agenturmitglied Christian Sinn auf Nachfrage. Die „elbmenschen“ wollen eng mit den Schulen zusammenarbeiten.

Ein gemeinsamer Runder Tisch mit den Schulleitern soll Ideen ausarbeiten, wie der Ochsenmarkt in den Sachunterricht einbezogen werden kann. Die vergangenen Jahre seien nur noch wenige Klassen vor Ort gewesen, erinnert sich Sinn. Sie würden in die Schulen gehen und wollen wieder viele Klassen motivieren.

Dass das Konzept allerdings in diesem Jahr noch gar nicht greifen kann, dafür könnten die „elbmenschen“ gar nichts, klärt Sinn auf. Den Termin für den Ochsenmarkt bestimmt die Stadt. Und die hat ihn diesmal mitten in die Ferien gelegt. Wäre der Viehauftrieb wie ehedem am Freitag, würden also auch keine Schulklassen kommen.

Um Kinder – und Erwachsene – dennoch stärker anzulocken, hat die Agentur das Programm um das Kleintierzelt herum erweitert. Alte Trecker neben neuen Mähmaschinen veranschaulichen den Wandel in der Landwirtschaft. Über die Ursprünge sowie die Historie des Ochsenmarkts klären große Schautafeln auf, die das Stadtmuseum beisteuert. Kundige Fachmänner führen altes Handwerk vor und auch über alte Obstsorten soll aufgeklärt werden. Sinn: „Kinder kennen Honig nur noch aus dem Supermarkt. Es ist also absolut richtig, dass man ihnen erklärt, woher er kommt.“ Die Agentur „elbmenschen“ und Imker Abermeth ziehen demnach wohl am selben Strang.





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