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Wirtschaft in Wedel : Obi will „Eyecatcher für Wedels Eingangsportal“ werden

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

May-Gruppe stellt aktualisiertes Konzept für 8200-Quadratmeter Bau- und Pflanzenmarkt an der Rissener Straße vor. Der Verkehr bleibt ein Knackpunkt.

shz.de von
erstellt am 06.Jul.2017 | 10:00 Uhr

Wedel | Zweimal hatten sich die Planer der May-Gruppe bereits der politischen Diskussion ihrer Ansiedlungspläne für Obi auf dem ehemaligen Possehl-Grundstück in der Rissener Straße 140 gestellt – ohne Erfolg. Gestaltung, Verkehrsprobleme, Kannibalisierung: Projektentwickler Jörg Ruschmeyer wusste um die Reizthemen, als er Dienstagabend im Planungsausschuss aktualisierte Konzepte für den 8200-Quadratmeter-Baumarkt vorstellte. Konzepte für einen „städtebaulichen Benefit“, einen „Eyecatcher für Wedels Eingangsportal“, wie Ruschmeyer es formulierte.

2,5 Hektar, gekauft von der May-Gruppe, gut erreichbar über die B  431, zwischenzeitlich befreit von Altlasten: Über die nackten Daten zur Fläche hinaus lieferte Ruschmeyer eine Potenzial- und Bedarfsanalyse für den Standort. Statt Leerstand – mittlerweile seit 2009 – gebe es eine Eingangsaufwertung. Dazu solle der attraktive Teil eines Baumarkts nach vorn an die Straße geholt werden: der Grün- und Pflanzenmarkt, sichtbar präsentiert durch Glas und viel Offenheit in der Bauweise, die den gesamten 120 mal 40 Meter großen und acht Meter hohen Baukörper prägen soll.

70 wohnortnahe Arbeitsplätze plus drei Ausbildungsplätze pro Jahr würden durch den Markt kommen, so der Planer, der konstatierte: Wedel leide an einer Unterversorgung im Baumarktsektor und einen Kaufkraftabfluss von 8,7 Millionen Euro. Durch Obi dagegen würden 1000 bis 1300 Neukunden pro Tag nach Wedel gezogen. „Davon profitieren auch andere Einzelhändler“, so Ruschmeyer.

Und der direkte Nachbar, das alteingesessene Bauzentrum Lüchau? Ruschmeyer sieht gerade durch die „Konzentration“ auch mit dem ebenfalls nahen Knutzen-Markt die Schaffung von mehr Attraktivität, von der Wedel und die Bürger profitieren würden. Dies hätten unabhängige Gutachter bestätigt. „Es wird Verschiebungen, aber keine Verdrängung geben“, so Ruschmeyer, der die Kombination von Aldi- und Edeka-Märkten als Beispiel anführte. Zumindest im Sektor Garten und Grünpflanzen sei angesichts der großen Dichte in Wedel und Umgebung sehr wohl eine Kannibalisierung zu befürchten, merkte dagegen Rüdiger Fölske (SPD) an.

Blieb der Verkehr – jenes Thema, über das die May-Gruppe im jüngsten Anlauf gestolpert war. Ein Gutachter habe ein neues verkehrsverträgliches Erschließungskonzept erstellt, so der Vertreter des Itzehoer Investors. Demnach soll der Markt über die Rissener Straße mittels intelligenter Ampelanlage und Linksabbiegerspur sowie vor allem für Lieferverkehr über den Kronskamp angebunden werden. 250 Stellflächen sind auf dem westlich gelegenen Parkplatz vorgesehen.

Auf die Frage nach der Verträglichkeit mit dem nahen Linksabieger für Lidl, antwortete Ruschmeyer: „Der Abstand ist ausreichend, um beide Zufahrten reibungslos zu gewährleisten.“ Manfred Eichhorn (SPD) hatte dennoch grundsätzliche Zweifel. „Bis zu 1300 Kunden pro Tag zusätzlich: Wenn ich die B431 sehe, graut mir bei dem Gedanken.“ Für seine Partei stehe vor allem hinter der Verkehrsfrage weiter ein großes Fragezeichen. Das Konzept sei mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr als Straßenbaulastträger abgestimmt. Von dort gebe es die klare Ansage, dass keine Probleme gesehen würden, so Ruschmeyer. „Und der Landesbetrieb hat großes Interesse daran, dass die Leistungsfähigkeit der Bundesstraße weiter bestehen bleibt.“

Martin Schumacher (FDP) erinnerte dabei an „absehbare Entwicklungen“, allen voran das gigantische Wohnbauprojekt Wedel Nord, um die Frage aufzuwerfen: „Ist der Verkehrsgutachter vom Status quo ausgegangen oder hat er so etwas schon berücksichtigt?“ Tatsächliche und mögliche Entwicklungen der Stadt seien ins Gutachten eingeflossen, so Ruschmeyer. Dies soll nun an die Fraktionen gehen.

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