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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. August 2017 | 21:45 Uhr

Hetlingen : Notnogels starten mit 22 Helfern

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Erstes Treffen zum Kennenlernen im Jugendraum an der Hetlinger Kirche. Gestiftete T-Shirts sollen Ehrenamtliche ausweisen.

Hetlingen | „Das ist heute der offizielle Startschuss“, sagte Wanda Koskowski am Mittwochnachmittag. Zusammen mit Jana Sell warb sie in den vergangenen Wochen für die Initiative „De Notnogels“, die Menschen in Notlagen helfen soll. „Ut Heteln – foer Heteln!“ heißt es auf dem Flyer, der bei der ersten Veranstaltung auslag. Im Jugendraum neben der Hetlinger Kirche hatten die Notnogels zur ersten Sprechstunde geladen, einem Kennenlernen bei Kaffee und Kuchen.

„Wir freuen uns, dass sie so zahlreich erschienen sind“, begrüßte Koskowski die etwa 20 Gäste. Vor allem Senioren, die die beiden Organisatorinnen auch als Hauptklientel sehen. Doch legen sie sich beim Alter nicht fest. „Jeder kann sich unabhängig vom Alter an uns wenden“, betonte Sell.

Mittlerweile wurden 22 ehrenamtliche Unterstützer gefunden. „Wir freuen uns natürlich über jeden, der noch dazustoßen will“, so Koskowski. Welche Notfälle auf sie zukommen, wissen die Helfer nicht. Sie wollen Anregungen und Beschwerden aus der Bevölkerung an die entsprechenden Stellen weiterleiten, kranke und einsame Menschen besuchen oder bei Schriftverkehr und Behördengängen unterstützen. „Wir haben uns überlegt, welche Aufgaben auf uns zukommen können und jeder Helfer bringt sich entsprechend seiner Fähigkeiten ein“, hoffte Sell.

Dabei ist auch das Alter der Ehrenamtlichen so unterschiedlich wie das der Hilfesuchenden. Der zehnjährige Tim Gerhartz hofft, mit dem Bus Einkäufe in Holm erledigen zu dürfen und auf dem Klavier vorzuspielen. Die Altentherapeutin Nina Berg will bei der Betreuung Zuhause helfen und beraten. Zudem sei ein Familiencoach an Bord, wenn es zu Unstimmigkeiten komme. Doch Erfahrungen seien keine Pflicht.

  Erster Erfolg: Ein Gemeindemitglied hat dauerhaften Pfleger gefunden

„Wir freuen uns besonders, dass wir bereits einen ersten Erfolg verbuchen konnten“, sagte Sell. So haben „De Notnogels“ ein Gemeindemitglied, das dauerhafte Pflege benötigt, mit einem Helfer zusammengebracht, der genau diese leisten wolle. „Das ist das, was wir wollen“, erläuterte Sell.

Unterstützt werde die Initiative von der Gemeinde. Zudem stehe man derzeit im engen Kontakt mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK), um Hilfestellungen gemeinsam zu koordinieren. Um zukünftig für alle erkennbar zu sein, sollen die Helfer T-Shirts erhalten. „Diese hängen leider noch auf dem Postweg fest“, bedauerte Sell. Ein Sponsor habe sie finanziert.

24 Stunden am Tag nimmt Sell Anrufe entgegen. Dann werden die entsprechenden Helfer eingebunden. Doch wenn nicht viele Nachfragen kommen, ist es auch gut: „Das würde uns zeigen, dass unsere Gemeinschaft vor Ort so gut ist, wie wir es uns immer wünschen“, so die Initiatorinnen.

„De Notnogels“ haben sich den Grundsatz „ünnerstütten – helpen – kümmern“ (unterstützen – helfen – kümmern) auf die Fahne geschrieben. Wer Hilfe bei Einkäufen, Beratung zum Thema Pflege, Medikamente (außerhalb der apothekeneigenen Bringdienste) oder einfach ein offenes Ohr benötigt, kann sich rund um die Uhr unter der Nummer 04103-709737 an die ehrenamtlichen Helfer wenden. Die Hotline ist 24 Stunden am Tag besetzt. Jeden ersten Mittwoch im Monat findet von 15 bis 17 Uhr eine Sprechstunde im Jugendraum an der Hetlinger Kirche statt.
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