Nordmark-Plan durchgewunken

Als alle Stühle besetzt waren, mussten etliche Besucher mit Stehplätzen vorlieb nehmen.
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Als alle Stühle besetzt waren, mussten etliche Besucher mit Stehplätzen vorlieb nehmen.

Zur Sitzung des Moorreger Bau- und Umweltausschusses kamen ungewöhnlich viele Bürger / CDU und Grüne bleiben beim Ja

shz.de von
07. September 2018, 16:00 Uhr

17 Tagesordnungspunkte hatte sich der Moorreger Bau- und Umweltausschuss allein für den öffentlichen Teil seiner Sitzung vorgenommen. Beim Sitzungsabbruch nach drei Stunden, um 23 Uhr, waren gerade mal die ersten vier Punkte abgehakt, zwei davon reine Formalien: Verpflichtungen neuer bürgerlicher Mitglieder und Mitteilungen der Verwaltung an den Ausschuss.

Die anschließende Einwohnerfragestunde hatte es in sich. Der Sitzungssaal im Amtsgebäude reichte nicht aus, allen interessierten Einwohnern Platz zu bieten. Schließlich gab es nur noch Stehplätze. Sehr viele kamen nur bis ins Treppenhaus. Dann war Stau. Diese Situation sorgte für die ersten Tumulte: Es sei eine offensichtliche Schikane der Ausschussleitung, die Sitzung in diesem muffig heißen Raum abzuhalten, wurde an allen Seiten geschimpft. Der Vorsitzende Wolfgang Burek (CDU) hätte das starke öffentliche Interesse nach den Zeitungsveröffentlichungen voraussehen und in einen größeren Saal ausweichen müssen, so der empört vorgetragene Vorwurf.

Burek präsidierte mit versteinerter Miene. Die meisten Anfragen betrafen die vorgesehene Schlangenfarm-Vergrößerung der Pharma-Firma Nordmark und den dadurch notwendigen Bau eines Bürogebäudes am Werftweg. Es hagelte Vorwürfe der Überrumpelung. Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) hielt dem entgegen, es habe zwei Termine für Gespräche mit Anwohnern gegeben, die kaum wahrgenommen worden seien. An einer Ortsbegehung habe es ebenfalls keine nennenswerte öffentliche Beteiligung gegeben. Das Publikum konterte, die Begehung sei nicht richtig publik gemacht worden, die Gesprächstermine viel zu kurzfristig angesetzt.

Nur wenige Publikumsfragen wurden sofort beantwortet. Zusätzlichen Argwohn schürte die Beobachtung einer Besucherin, dass der Protokollführer vom Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums) die Fragen gar nicht notierte. Man werde wieder verschaukelt, so der um sich greifende Verdacht.

Schließlich gelang es Burek, die Fragestunde zu beenden. Das Thema Nordmark-Erweiterung war dran. Stadtplaner und Landschaftsarchitekten Birgit Möller (Foto, oben) und Daniel Wolff von der Wedeler Firma Möller-Plan machten sich daran, die Pläne zu erläutern. Vor allem Möller erwies sich als intime Kennerin aller anwendbaren Gesetzesparagrafen, die zugunsten der Baupläne anwendbar waren. Das war für Laien recht undurchschaubar.

Auch Ausschussmitglieder aus SPD und Freien Wählern fühlten sich nicht angemessen informiert. Bauchschmerzen bereitete zudem die Abtrennung der Bebauungsplan-Beschlüsse von der Prüfung der verkehrstechnischen Situation. Man könne der Bebauung nicht zustimmen, solange die Konsequenzen für Werftweg und Münsterweg nicht geklärt seien, so das Argument. Ein geänderter B-Pan 21 für die Fläche zwischen Werftweg und Pinnau wurde mit der Mehrheit der CDU und der Grünen schließlich genehmigt. Somit wurde dem Gemeinderat empfohlen, dem Nordmark-Plan zuzustimmen.

Der B-Plan 23 für das Gebiet am Münsterweg wurde zwar noch besprochen, aber der vorgeschriebene Zeitpunkt des Sitzungsendes verhinderte eine Abstimmung. Die Sitzung wird am Dienstag, 18. September, um 20 Uhr im Saal der Gaststätte Grando Sukredo, Kirchenstraße, fortgesetzt. Die Ratssitzung findet am Dienstag, 25. September, um 20 Uhr an gleicher Stelle statt.

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