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Ohne Gutachten bleibt die Ruine : Noch immer keine Abschlussberichte über das Großfeuer in der Rissener Straße

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die ansässigen Mieter durften ihre Geschäftsräume wieder betreten. Allerdings auf eigenes Risiko.

Wedel | „Wir haben großes Interesse am Wiederaufbau“, sagte André Ewert, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens Ewert & Partner, der die Gewerbeimmobilie an der Rissener Straße 127 verwaltet, die Ende Mai ausbrannte. Doch passieren wird an dem Gebäude vorerst nichts. „Wir würden auch gern weiter sein. Wir fragen regelmäßig nach“, erläuterte Ewert gestern auf Anfrage. Doch noch fehlen die Gutachten der Brandermittler der Versicherungen und der Polizei.

„Das ganze Verfahren dauert noch an“, sagte Nico Möller, Pressesprecher der Polizeidirektion Bad Segeberg. Der abschließende Bericht der Brandermittler stehe noch aus. Einen Rückschluss auf die Brandursache lasse die lange Bearbeitungszeit laut Möller aber nicht zu. „Es ist ein riesiges Objekt, die Begehung war ein Problem und die brandtechnische Erfassung ist scheinbar nicht so einfach.“

Einen festen Termin wollte und konnte er nicht nennen: „Das wäre reine Spekulation.“ „Mitte, Ende September soll es ein Treffen mit den beteiligten Versicherern und dem Eigentümer geben“, teilte Ewert mit. Dann hofft er auch auf ein finales Gutachten und den Abschluss der polizeilichen Ermittlungen.

„Wir wissen leider auch nicht mehr. Die Mieter fragen uns natürlich auch, weil sie wissen wollen, wie es weitergeht. Das können wir derzeit aber nicht beantworten“, sagte Ewert. Ein Abriss des Gebäudes und ein Neubau seien ebenso möglich wie eine Sanierung – abhängig von den Ergebnissen der Gutachten der Brandsachverständigen.

„Wenn es nach uns und dem Eigentümer geht, könnte es schon vorgestern weitergehen. Uns fehlt aber eine Freigabe für den Abriss oder den Teilabriss“, so Ewert. Die polizeilichen Ermittlungen im Gebäude seien laut Möller allerdings bereits abgeschlossen: „Wir haben das Gebäude freigegeben.“

Die ansässigen Mieter durften ihre Geschäftsräume wieder betreten. Allerdings auf eigenes Risiko. „Achtung Einsturzsgefahr! Betreten verboten“, warnen gelbe Schilder an den Eingängen. Die polizeilichen Siegel in Orange wurden mittlerweile aufgebrochen. Eine generelle Freigabe will Ewert aber nicht erteilen: „Die Mieter können und dürfen das Gebäude betreten, handeln aber auf eigene Gefahr. Ich gebe nichts frei und kann es auch nicht, da ich kein Statiker bin und nicht einschätzen kann wie tragfähig die Wände noch sind.“ Will ein Mieter seine Räumlichkeiten in der Gewerbeimmobilie betreten, erfolge der Zugang in enger Abstimmung mit den Brandermittlern.

180 Einsatzkräfte kämpften am 25. Mai gegen die Flammen in dem Gebäude an.
180 Einsatzkräfte kämpften am 25. Mai gegen die Flammen in dem Gebäude an. Foto: Oliver Gabriel
 

Wie hoch der Schaden am und im Gebäude ist und was eine Sanierung oder ein Neubau kostet, dazu schwieg Ewert gestern: „Wir haben für uns Berechnungen angestellt, aber es wäre nicht seriös, den Gutachten vorzugreifen.“

Eigentümer, Verwalter, Mieter und Polizei – alle sind derzeit in Wartestellung. Sollte die Entscheidung für einen Neubau fallen, könnte schon im kommenden Jahr ein neues Gebäude entstehen. „Bei Gewerbeimmobilien geht es ja recht schnell. Die Bauzeit läge vermutlich bei sechs bis acht Monaten“, erläuterte Ewert, der wöchentlich bei der Versicherung nach Ergebnissen frage. „Es hängt alles davon ab, in welcher Form die Regulierung erfolgt.“ Mit der Stadt Wedel habe es bereits Gespräche über eine zukünftige Nutzung geben. „Es wurde uns signalisert, dass sich an der Zusammensetzung nichts ändern müsse“, so Ewert. Eine Autovermietung, eine Autoaufbereitung, ein Restaurant und eine Diskothek waren in dem Gebäude untergebracht, bevor es im Mai Opfer der Flammen wurde. 180 Feuerwehrleute kämpften gegen das Großfeuer an.

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