Hetlingen : Neujahrsempfang der Gemeinde

Lob gab es im Beisein des Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann (Mitte, SPD) von Landrat Oliver Stolz (parteilos) und Uetersens Verwaltungschefin Andrea Hansen (SPD).
Lob gab es im Beisein des Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann (Mitte, SPD) von Landrat Oliver Stolz (parteilos) und Uetersens Verwaltungschefin Andrea Hansen (SPD).

Flüchtlinge im Fokus - die Gemeinde will helfen.

shz.de von
27. Januar 2015, 10:00 Uhr

Hetlingen | Die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen ist auf dem Neujahrsempfang der Gemeinde Hetlingen beständiges Thema gewesen. „Aktuell läuft eine Überprüfung einer Immobilie, um zwei Familien darin unterzubringen“, sagte Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU). Man müsse neue Wege gehen. Damit traf sie den Nerv von Uetersens Bürgermeisterin Andrea Hansen (SPD). „Ich bin froh, dass auch sie in Hetlingen darüber nachdenken. Wir in den Städten platzen aus allen Nähten“, so die Rosenstädterin.

Riekhof betonte auch, dass es die Unterstützung der Hetlinger Bürger brauche, und bat um Zeitspenden. Dafür gab es Applaus beim Neujahrsempfang. Landrat Oliver Stolz (parteilos) hob hervor, dass der bevölkerungsstarke Kreis Pinneberg besonders betroffen sei und schlug in die selbe Kerbe. Sein Appell: „Sie, wir können unglaublich viel tun, dass Menschen, die wirklich arm dran sind, positiv aufgenommen werden.“

Hetlingens stellvertretender Bürgermeister Michael Rahn-Wolff (oben) von der Freien Wahlgemeinschafft (FW) nannte Haseldorf als Vorbild, wo sich Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) kümmere. „Am besten wäre es, wenn wir Flüchtlinge bei einem von uns unterbringen“, sprach sich Rahn-Wolff mit Blick auf die Kosten von Unterbringungen für die unkomplizierten Lösungen aus.

Um darauf hinzuweisen, dass das Flüchtlingsthema keine historische Einmaligkeit darstellt, erzählte der Vize-Bürgermeister die Geschichte von einem Bauern, der nach dem Zweiten Weltkrieg deutschen Vertriebenen mit der Mistgabel gedroht habe – und löste damit einen kleinen Eklat aus. Oberdeichgraf Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden (oben) fasste das als Angriff auf die Landwirte auf. Er betonte: „Die Marsch hat immer Flüchtlingen willkommen geheißen. Die Bauernschaft zu beschimpfen, finde ich nicht in Ordnung.“ Die unmittelbare Versöhungsannäherung des FW-Vertreters lehnte er ab. Rahn-Wolff: „Man muss sich kennenlernen, damit die Angst weg geht, und man muss den Mut haben, sich auch um Fremde zu kümmern.“

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