Neues Rap-Festival für Hamburg

Die Hardcore-Rap-Gruppe Onyx soll als musikalischer Headliner des Festivals im Hamburger Mojo Club spielen.
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Die Hardcore-Rap-Gruppe Onyx soll als musikalischer Headliner des Festivals im Hamburger Mojo Club spielen.

Wedeler Dokumentarfilmer organisiert Musikevent / Erlöse für gemeinnützigen Zweck

shz.de von
12. April 2018, 16:03 Uhr

„Nach dem Festival in New York habe ich gedacht: Was die können, kann ich schon lange“, sagt Maximilian Spohr. Der Dokumentarfilmer muss über seine mehr als selbstbewusste Aussage selbst kurz schmunzeln. „Es war natürlich aufregend, dort eingeladen zu sein, aber ich war einfach etwas enttäuscht in der Geburtsstätte des Hip Hop in Ney York. Es war etwas improvisiert.“ Das will er selbst ändern. Vom 25. bis 27.  Juli will Spohr, der als Krankenpfleger im Rissener Asklepios Klinikum arbeitet, sein eigenes Festival auf die Beine stellen: das „Golden Sneakers International Hip Hop Film Festival Hamburg 2018“ .

Das Schanzenkino  73 ist bereits gebucht, auch der Kult-Klub Mojo, in dem zwei Konzertabende geplant sind und auch die Zusagen für 14  Filme hat Spohr bereits. „Das war schon lange ein Traum von mir und durch den Besuch in New York habe ich die noch fehlende Motivation bekommen“, sagt Spohr. Dort zeigte er im vergangenen Jahr seinen eigenen Hip-Hop-Dokumentarfilm (unsere Zeitung berichtete). Doch auch von außen gab es einen Anstoß, denn Unterstützung erhält er von Ali „Bayram“ Akdemir. „Wir haben in der Nachtschicht darüber gesprochen und gesagt: Das machen wir jetzt“, erinnert sich Spohr. „Musik liegt mir im Blut und beim Hip Hop habe ich gemerkt, dass die Musikrichtung weltweit Menschen verbindet“, sagt Akdemir. Er hatte selbst eine Musikproduktion in Altona. „Damals fehlte mir die Erfahrung, die ich jetzt habe“, sagt Akdemir, der auch zu den Gründern der alevitischen Gemeinde in Wedel gehörte. Das verbindende Element der Musik ist beiden wichtig. Daher soll ihre Veranstaltung vor allem Geld für den guten Zweck einspielen und eine Botschaft haben. Die lautet: „Hamburg gegen Fremdenhass und Rassismus.“

„Ich habe auf der ganzen Welt erlebt, dass Hip Hop Menschen verbindet. Sprache, Herkunft oder Hautfarbe spielen keine Rolle mehr, wenn die Musik erklingt“, sagt Spohr. Doch wollen die beiden Organisatoren nicht nur eine Botschaft verbreiten, sondern auch den Internationale Musik- und Kulturverein sowie den Savarona Yacht- und Segelclub Hamburg, der Menschen mit Behinderungen Segelkurse und -törns ermöglicht, unterstützen. „Bei einem so großen internationalen Festival mit Gästen aus dem Ausland müssen wir natürlich erst mal die Kosten decken, aber wenn alles gut läuft, dann sollte einiges für die Vereine rauskommen“, hofft Spohr.

Während vom 25. bis 27. Juli im Schanzenkino 73 die Hip-Hop-Filme gezeigt werden und Regisseure aus Norwegen, Deutschland, England und Frankreich Rede und Antwort stehen, wird im Mojo Club – gerade einmal 450 Meter entfernt, an zwei Abenden gefeiert. Am Donnerstag, 26. Juli, stehen die C.A.M. und Ryan Sites Ranaud aus London, Greg Beamish aus Vancouver in Kanada, Phil da Beat und Kevin Sing sowie Young Cryhme aus Hamburg auf der Bühne. Am Freitag, 26. Juli, stehen Onyx auf der Bühne. „Ich habe sie noch nie gesehen, wollte sie aber immer sehen und das habe ich hinbekommen“, sagt Spohr. Die 1989 gegründete Hardcore-Rap-Gruppe aus New York ist derzeit auf Europatournee. „Als ich gesehen habe, dass sie nicht in Hamburg auftreten, habe ich sie einfach angeschrieben“, erläutert Spohr. Die Zusage kam schnell. „Das hat mich total überrascht, aber umso mehr gefreut.“ Nun hofft er auf ein ausverkauftes Konzert. „Dann wäre die Veranstaltung finanziell ein Erfolg“, sagt Spohr. Doch das sei nebensächlich.

„Wir wollen einfach ein Kult Festival mitten im Sommer etablieren und auf die Beine stellen und Spaß haben.“ Bis dahin sei aber noch einiges zu tun. Derzeit sind Spohr und Akdemir auf Sponsorensuche. „Wir hoffen, dass wir mit dem Konzept und dem Thema überzeugen, aber derzeit sieht es gut aus.“ Auch der Ticketverkauf auf der Festival Webseite und auf eventim.de ist bereits angelaufen. „Die ersten Karten sind weg, aber Hip-Hop-Fans kaufen Karten immer erst kurz vor der Veranstaltung. Meistens, wenn es schon ausverkauft ist. Also sind wir da noch total entspannt“, erläutert Spohr. „Das kürzlich stattfindene Hip Hop Event ,RAP for Refugees – Rap für Flüchtlinge’ eines guten Freundes in der Markthalle war restlos ausverkauft. Viele standen davor und wurden nicht mehr reingelassen und mussten den Abend anderweitig verbringen“, berichtet Spohr. Diesen Erfolg will er mir Akdemir am Ende des dreitägigen Festivals auch für sich verbuchen.


>www.goldensneakers-hiphopfilmfestival.com

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