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Wedel-Schulauer Tageblatt

15. Dezember 2017 | 19:36 Uhr

Neues Gesetz strebt Schulfrieden an

vom

shz.de von
erstellt am 29.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Quickborn/Barmstedt/ Kiel | Schleswig-Holsteins Küstenkoalition stellt die Weichen für ein zweigliedriges Schulsystem mit Gymnasien und Gemeinschaftsschulen. Die entsprechende Änderung des Schulgesetzes wurde gestern vom Kabinett abgenickt und geht jetzt in die Anhörung. "Ziel ist es, jedem Kind unabhängig von seiner familiären oder sozialen Herkunft den bestmöglichen Schulabschluss zu gewähren", betonte Bildungsministerin Waltraud Wende. Eltern können nach Aussage der Ministerin künftig entscheiden, ob sie ihre Kinder auf ein in der Regel achtjähriges Gymnasium schicken, das "auf frühzeitige Selektion" der Schüler setze, oder auf eine Gemeinschaftsschule. Letztere zeichne sich durch längeres gemeinsames Lernen und schulartübergreifenden Unterricht bis mindestens zur 6. Klasse aus. Danach sind dann Lerngruppen zulässig, die nach Neigungen und Fähigkeiten der Kinder differenzieren.

Grundsätzlich wird es in Schleswig-Holstein - sofern das Schulgesetz wie geplant zum Schuljahr 2014/2015 in Kraft tritt - drei Abschlussarten geben: die Berufsbildungsreife nach neun Jahren, den mittleren Abschluss nach zehn Jahren und das Abitur. Das wird an Gymnasien in der Regel nach zwölf Jahren abgelegt. "Bestehende G 9-Züge und Y-Modelle mit acht- und neunjährigem Bildungsgang am Gymnasium haben Bestandsschutz", versicherte Wende - also auch das Y-Modell am Elsensee-Gymnasium in Quickborn und das am Barmstedter Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium.

Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) begrüßt die Entscheidung: "Es dient dem Schulfrieden. Das Elsensee-Gymnasium hat sich bereits auf das Y-Modell eingestellt. Der acht- und der neunjährige Bildungsgang funktionieren dort sehr gut. Man sollte Schüler und Lehrer in Ruhe arbeiten lassen und nicht immer das System verändern", so der Bürgermeister, der auch Schulträger ist.

Die Gemeinschaftsschulen seien im Fall einer Umsetzung des Gesetzeskonzepts "quasi unsere G 9-Schulen", weil dort die Hochschulreife nach neun Jahren erworben werden kann, so Wende weiter. Das Handicap einiger Gemeinschaftsschulen ohne eigene Oberstufe will die Ministerin durch einen Kooperationszwang ausgleichen. Sie müssen mit beruflichen Gym nasien oder mit Gemeinschaftsschulen mit Oberstufen kooperieren. "Damit wollen wir den Eltern Rechtssicherheit geben, dass für ihr Kind ein Oberstufenplatz vorgehalten wird", so Wende. Wegen "gravierender didaktisch-pädagogischer Unterschiede" seien Kooperationen mit gymnasialen Oberstufen unerwünscht. Ausnahme: Dort, wo Gymnasien bereits heute mit anderen Schularten kooperieren, behalten diese Bündnisse Geltung.

Bis 2014 will Wende alle bestehenden Regionalschulen in Gemeinschaftsschulen umwandeln. Die Mindestschülerzahl für Gemeinschaftsschulen wurde deshalb eigens auf das Niveau von Regionalschulen - nämlich 240 Schüler - gesenkt. Schließungen wegen der Umwandlung wird es also nicht geben.

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