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Wedel-Schulauer Tageblatt

28. Juli 2017 | 10:40 Uhr

Neues Amt steht vor Zerreißprobe

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

reform Nach dem Beitritt der Marschdörfer zur Gemeinschaftsverwaltung droht Moorrege erneut mit dem Austritt

Der Amtsausschuss des Amtes Geest und Marsch Südholstein (Gums) hat sich jüngst mit zwei kniffligen Themen auseinandergesetzt: der Neufassung der Satzung über die Benutzung der Betreuungsklasse in Haseldorf samt Benutzungsgebühren und der Zukunft des Amtshauses.

Die Diskussion über das Amtshaus wurde zum heftigen Schlagabtausch. Seit Wochen erhitzen sich die Gemüter an der Frage, ob nach der Neustrukturierung des Amts ein neues Verwaltungsgebäude nötig sei. Georg Plettenberg (CDU), stellvertretender Bürgermeister von Moorrege, fuhr schweres Geschütz gegen die Amtsverwaltung auf. Schon mit der Änderung des Namens von „Amt Moorrege“ in „Amt Geest und Marsch Südholstein (Gums)“ seien Weichen für einen Neubau und den möglichen Umzug in eine andere Gemeinde gestellt worden, argwöhnte er. Was ihn besonders in Rage brachte, waren Protokolle einer Arbeitskreissitzung, die er erst mit 14 Wochen Verspätung erhalten habe. Plettenberg äußerte große Zweifel am angeblichen Bedarf von zusätzlich 1730 Quadratmetern Bürofläche. Er bezifferte die voraussichtlichen Neubaukosten mit neun bis zehn Millionen Euro. Für den Anbau sei zudem bewusst eine zu große Variante gewählt worden, um die Ablehnung durch die Kreisverwaltung zu provozieren. Laut Plettenberg reiche eine Anbauvariante mit 250 Quadratmetern Grundfläche. Er hielt weiterhin die Auswahl der bisherigen drei Architekten für parteiisch zugunsten der Neubau-Option. In seiner flammenden Philippika brachte Plettenberg sogar die Möglichkeit ins Spiel, dass die Gemeinde Moorrege aus dem Amt ausscheren und dann mit der Stadt Uetersen eine Verwaltungsgemeinschaft bilden könne.

Amtsdirektor Rainer Jürgensen ließ die Anschuldigungen nicht auf sich sitzen. Den Vorwurf der verspäteten Protokollzustellung wies er zurück. Im Übrigen habe die Verwaltung genau das getan, was ihre Aufgabe ist, nämlich Beschlüsse der Politik umgesetzt. Die Gremien aber befinden sich noch in der Findungsphase. Erst nach einer Entscheidung für Umbau, Anbau oder Neubau könne es einen Architektenwettbewerb geben. Frühestens dann seien seriöse Kostenvergleiche der unterschiedlichen Optionen möglich. Das angedeutete Zusammengehen von Moorrege mit Uetersen als Alternative zur Amtszugehörigkeit bezeichnete Jürgensen als Erpressungsversuch.

Weiteres Thema auf der Agenda: Die Betreuungsklase. Die Satzungsneufassung für die Betreuungsklasse war notwendig geworden, da die alte Satzung sich noch auf das Amt Haseldorf bezog. Erhebliche Einwände gab es allerdings gegen die vorgeschlagene Änderung der Benutzungsgebühren, hier vor allem die sogenannte Sozialstaffelregelung.

Einige Vertreter der betroffenen Gemeinden wollten da nicht mitmachen, da sie höhere Belastungen befürchteten. Die vorgeschlagene Neufassung wurde deshalb bei Stimmengleichheit abgelehnt. Bis die Verwaltung einen neuen Vorschlag präsentiert, bleibt die alte Satzung in Kraft.


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