Protest in Haseldorf : Neuer Weg soll Sackgasse werden

Kein Durchkommen: Die Anwohner der Straße Opn Kamp demonstrieren gegen die Sperrung der Straße Neuer Weg an ihrer Abzweigung.
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Kein Durchkommen: Die Anwohner der Straße Opn Kamp demonstrieren gegen die Sperrung der Straße Neuer Weg an ihrer Abzweigung.

Die Anlieger sind sauer. „Das Dorf wird dann in zwei Teile zerschnitten.“

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24. Juli 2015, 14:15 Uhr

Haseldorf | Die Anwohner der Straße Opn Kamp sind auf Zinne. Schuld daran sind die Pläne der Gemeinde Haseldorf, die Straße Neuer Weg in ihrer Höhe in eine Sackgasse zu verwandeln. „Das Dorf wird dann in zwei Teile zerschnitten“, wetterte Karl-Heinz Lück (50) bereits während der jüngsten Sitzung des Gemeinderats in der Bürgerfragestunde. Nun hat er die Nachbarschaft zusammengetrommelt, um Front gegen den Plan zu machen.

Der Neue Weg verbindet die Kreisstraße 8, Kamperrege, mit der Landesstraße 661, Deichreihe / Hauptstraße. Nicht nur Anlieger nutzen die nur zum Teil gut ausgebaute Straße, sondern auch Landwirte und Lkw-Fahrer, die per Navigation dort hingeleitet werden. Und genau das stört Anwohner an der Einmündung Deichreihe. Sie wandten sich an die Gemeinde. Der Rat veranlasste eine Ortsbegehung mit Polizei und Verkehrsbehörde, ein Ingenieurbüro wurde eingeschaltet. Die Empfehlung: Die Straße auf Höhe Opn Kamp dicht zu machen.

Davon wollen die etwa 35 Anlieger dieser kleinen Sackgasse nichts wissen. Wie Bernd Isenbügel. Der 61-Jährige wohnt seit 30 Jahren Opn Kamp. „Wenn ich nicht mehr nach rechts abbiegen kann, um zur Arbeit oder zu Ärzten zu fahren, muss ich pro Tour einen Umweg von drei Kilometern fahren.“ Genauso geht es auch Lück. Er wohnt in der Straße Brüttenland und holt oft seinen am Stock gehenden Schwiegervater Hans-Helmut Sabath (79) ab. Statt 300 Meter ist die Tour dann zehn Mal so lang. Für Landwirt Dittmer Markmann, der seinen Hof Kamperrege 34 hat und über die Neue Straße zu Ländereien fährt, würde die Sperrung ebenfalls einen vier Kilometer langen Umweg bedeuten. „Was soll das?“ fragt er.

„Wir wollen nicht eingesperrt werden“, betont Oliver Löding (Foto). Der Fahrlehrer lebt seit 40 Jahren Opn Kamp. Nach seiner Einschätzung müsse es keine Veränderung geben. Eine Alternative wäre es, ein Schild aufzustellen: Durchfahrt verboten – Anlieger frei. „Aber eigentlich muss da gar nichts hin,“ sagt er.

Nach Einschätzung von Ute Sander werde auch der Betrieb des Altenheims Dat Marschhus gestört. „Wenn hier gesperrt wird, gibt es im Altenheim Ärger“, glaubt sie. Denn die Rettungsfahrzeuge müssten einen Umweg nehmen. Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) zeigte sich gestern überrascht: „Wenn von den Anliegern so viel Widerstand kommt, dann werden wir noch einmal prüfen, ob es andere Möglichkeiten gibt.“ Aber es müsse etwas passieren.

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