Sanierung des Schulauer Hafens : Neuer Ponton macht in Wedel fest

Gestern wurde bereits der Steg installiert.
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Am Mittwoch wurde bereits der Steg installiert.

Anleger für Traditionsschiffe wird installiert. Die Kosten haben sich seit der Vorstellung des Projekts 2015 verdreifacht.

shz.de von
08. Februar 2018, 16:45 Uhr

Wedel | Der Fortschritt in der Sanierung des Schulauer Hafens ist wieder ein Stückchen greifbarer geworden: Am Dienstag brachte der 485-PS-Schlepper „Salomo“ den 20 Meter langen und bis zu 5,5 Meter breiten Ponton nach Wedel, wo er im Bereich der Hafeneinfahrt zwischen zwei Dalben gelegt wurde: Wedels neuer Traditionsschiffsanleger. Am Mittwoch wurde bereits der Steg montiert, der den Zugang ermöglichen wird. Die Anpassung der Geländer soll in den kommenden Tagen erfolgen, sagte Stadtplaner Karl-Heinz Grass, der dem Planungsausschuss Dienstag von dem Eintreffen des Betonschwimmkörpers berichteten.

Gefertigt wurde der Ponton laut Stadtsprecher Sven Kamin in Rostock, die Endmontage erfolgte in Harburg. Er liegt dort, wo ehemals die Lühe-Schulau-Fähre festgemacht hatte – an der tiefsten Stelle des Hafenbeckens. Auf Nachfrage erklärte Grass, die Stadt sei daher zuversichtlich, dass der Schwimmkörper nicht infolge von Verschlickung aufsetzt und freigespült werden muss. Wie berichtet ist genau dies beim 2011 in Betrieb genommenen neuen Anleger Willkomm Höft der Fall. Mehrfach musste der Ponton eingeschleppt und die Liegestelle von Sediment befreit werden, da der Betonkörper beim Aufliegen einzureißen droht. Zudem musste auch der umgebaute Hafen wiederholt auf Tiefe gebracht werden.

Der neue Anleger soll vor allem Traditionsschiffen, den Oldtimern der Flüsse und Meere, ein Festmachen und Aufnehmen von Passagieren ermöglichen. Zudem könnten die Schiffe mit den neuen Anlegemöglichkeiten länger in Wedel bleiben. Der Ewer „Gloria“ aus Elmshorn, der Wedel seit zwei Jahren im Fahrplan hat, hatte bereits früh Interesse an der Nutzung eines solchen Anlegers bekundet.

Wermutstropfen sind die Kosten: War die Stadt bei der ersten Vorstellung des Projekts 2015 noch von rund 200.000 Euro ausgegangen, so hatten eine notwendige Untergrundsicherung sowie eine Wasserversorgung 2016 zu einer Verdoppelung der Baukosten auf 398.000 Euro geführt. Im Sommer 2017 dann ein neuer Kostenschock: Weil die Ausschreibungen kein günstigeres Angebot ergaben, stieg die Investition auf 560.000 Euro. Jetzt beziffert die Stadt die Gesamtmaßnahme für den Anlegerbau und die Verfüllung von Ausspülungen zum Schutz der Hafen-Quermole auf 610.000 Euro. 177.000 Euro davon kommen aus Fördertöpfen der Aktivregion und der Metropolregion Hamburg.

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