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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. August 2017 | 18:22 Uhr

Wedel : Neue Munition für Kraftwerksgegner

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Zwei weitere Gutachten sollen Klage gegen Betriebsgenehmigung für den geplanten Gas-Meiler stützen. Hauptkritikpunkt ist Lärm.

Wedel | Die Gegner des Baus eines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) am Wedeler Elbhochufer haben weitere Geschütze für ihren Kampf gegen das 500-Millionen-Euro-Projekt von Vattenfall aufgefahren. Zwei neue Gutachten sollen die Position im Klageverfahren gegen die Betriebsgenehmigung für den Meiler stützen. Hauptstoßrichtung ist die Lärmemission.

Die 19 Kläger, vertreten durch Anwalt Hanns-Christian Fricke, hätten die Frist bis 13. April genutzt, um eine so genannte erweiterte Klagebegründung einzureichen, erklärte gestern Kerstin Lueckow, Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel“ auf Tageblatt-Anfrage. Neben monierten Verfahrensfehlern, etwa was die Auslegung der Unterlagen im Genehmigungsverfahren angeht, werde allem die Baulärm-Berechnung vom beauftragten Gutachter Clemens Zollmann angezweifelt und als „nicht sachgerecht“ ausgewiesen, so Lueckow. Konsequenz wäre Einschränkungen bei den zulässigen Tagesbauzeiten, die wiederum zu weiteren Bauverzögerungen führen würden.

Laut der BI-Sprecherin hätte dies merkliche Auswirkungen auf den ohnehin in Verzug geratenen Bauzeitplan. Die Übernahme des Fernwärmenetzes durch Hamburg von Vattenfall mit einem neu errichteten GuD als Erzeugeranlage werde damit immer wahrscheinlicher, so Lueckow. Denn die Verträge dafür sähen vor, dass das Gaskraftwerk 2018 bereits einen dreimonatigen Probebetrieb absolviert haben solle. Ein Zeitrahmen, der nach Einschätzung der BI nicht haltbar ist.

Wie berichtet läuft zur Zukunft der Fernwärmeversorgung im Hamburger Westen ein aufwendiges Gutachterverfahren. Dabei werden neben dem GuD Alternativen als Ersatz für den Wedeler Kohlemeiler aus den 1960er Jahren beleuchtet. Klar ist indes: Die dauerhafte Ertüchtigung des alten Wedeler Kraftwerks ist keine Option. Das schließen SPD und Grüne in ihrem Koalitionsvertrag aus.

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erstellt am 22.Apr.2015 | 16:00 Uhr

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