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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. Oktober 2017 | 06:54 Uhr

Neue Hoffnung für Solarnova

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Gute Auftragslage nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens / Mehrere Investoren haben angeklopft / Übernahme noch im Januar?

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Am Marienhof in der Firma „Solarnova“ wird gearbeitet – aber nicht wie immer: Die Solartechnik GmbH & Co.KG steckt seit Anfang Dezember im Insolvenzverfahren. Für die 27 Mitarbeiter heißt es neben dem normalen Job auch noch kräftig Daumendrücken, dass es weiter geht. Doch Rettung ist in Sicht, lautet die Auskunft bei dem angeschlagenen Unternehmen – und von Insolvenzverwalter Jan Ockelmann.

Der Hamburger Rechtsanwalt hat bereits mit verschiedenen möglichen Investoren verhandelt, die den Betrieb übernehmen könnten. Laut Ockelmann hat der Hauptinteressent erst zwischen den Tagen die Maschinen von Gutachtern prüfen lassen. Und der Anwalt ist davon überzeugt, dass das Ergebnis positiv sein wird. Alles sei relativ neu und hochwertig. Wenn das Gutachten dies bestätigt, wolle der Investor ein Kaufangebot vorlegen. Fertigung wie auch Arbeitsplätze könnten dabei in Wedel bleiben und die Firma an bisher erzielte Erfolge anknüpfen.

Denn bei Solarnova handelt es sich um eine Firma mit guten Zukunftsaussichten. Speziell seitdem nicht nur normale Solarmodule produziert werden sondern man auch in der attraktiven BIPV-Branche engagiert ist, stehen die Zeichen auf Wachstum.

BIPV bedeutet „Building integrated photovoltaic“ (siehe unten) und meint Module, die ins Gebäude an allen möglichen Stellen eingebaut sind. Sie stecken meist in der Fassade und brauchen je nach Einzelfall auch individuelle Montagetechnik.


Stadtsparkasse als Gläubiger kooperativ


Da ist ein Unternehmen mit gutem Knowhow und Erfahrung allseits gefragt, auch im Ausland. Und Solarnova hat bereits einige Lieferungen für jenseits der deutschen Grenzen herausgebracht. So zeigt sich der Hauptgläubiger, die Wedeler Stadtsparkasse, denn auch äußerst geduldig. Das örtliche Geldinstitut zeige sich außergewöhnlich kooperativ und unterstütze die Bemühungen, Betrieb und Job am Ort zu halten, sehr, sagt Ockelmann.

„Mit solch einer innovativen Firma muss es einfach weiter laufen," ist auch in technisch interessierten Kreisen wie etwa an der Fachhochschule zu hören. Immerhin ist Solarnova seit 17 Jahren am Ball, steigerte einst den Umsatz von Jahr zu Jahr. 2006 lag er bei stolzen 14 Millionen Euro, schrumpfte dann allerdings und 2012 wurden lediglich fünf Millionen vermeldet. Ein drastischer Rückgang, der auf zwei Faktoren zurückzuführen ist. Zum einen wurde von der Bundesregierung die finanzielle Förderung herunter gefahren, zum anderen tauchten Anbieter aus Fernost mit Dumpingpreisen auf. Beides zusammen war dann zu viel für das kleine Unternehmen in Wedel, die darüber hinaus noch erhebliche Investitionen hatte tätigen müssen, um auf hohem Niveau bleiben zu können.

Mit Bekanntwerden des Insolvenzverfahrens sind indes verstärkt Aufträge ins Haus geflatter – auch das ein Grund für Ockelmanns Optimismus. Aktuell steht Solarnova erneut in entsprechenden Verhandlungen, unter anderem als einer von drei verbliebenen Anbietern für einen Großauftrag aus Dubai, der die Wedeler Solar-Experten auf drei Monate auslasten würde.

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