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Flüchtlingshilfe : Neue Heimat für Wedels Helfer

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Näh-Treff und die „Beschaffer-Gruppe“ sind seit April im Rosengarten auf dem Gelände der Möller-Werke zu Hause.

Wedel | Derzeit ist in Sachen Flüchtlingskrise etwas Ruhe eingekehrt. In Wedel ebenso wie im Rest der Republik. Doch allein für die Integration und Unterstützung der bisher angekommenen Neubürger braucht die Stadt auch weiterhin die Hilfe der Ehrenamtlichen. Zum Glück erhalten auch die Helfer Unterstützung. Die „Beschaffergruppe“ freut sich seit April ebenso über eine neue Heimat wie der „Näh-Treff“. Die Unternehmensgruppe Haag-Streit stellte 200 Quadratmeter auf dem Gelände der Möller-Werke am Rosengarten zur Verfügung - kostenlos. Dort werden nun gespendete Möbel und Kleidungsstücke gelagert, nebenan üben Flüchtlinge den Umgang mit der Nähmaschine.

„Das Miteinander verläuft absolut harmonisch“, zog Prokuristin Petra Dittmer beim Ortstermin eine erste Bilanz. Auch die Flüchtlingshelfer Sabine Cole, Martin Schumacher und Manuela Treff sind glücklich. Bisher waren sie in Räumen der Schneider Vermögensverwaltung an der Hafenstraße untergekommen. Das dortige Gebäude muss nun aber Wohnungen weichen.

Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) fragte bei Haag-Streit nach. „Ich war erfreut, dass es funktioniert hat“, kommentierte der Rathauschef. Auf dem Möller-Gelände können die Beschaffer jetzt direkt mit dem Lastwagen an das Lager heranfahren. In den Räumen stapeln sich Tische, Stühle und Schränke, aber auch Staubsauger oder Waschmaschinen. „Der Bedarf ist weiterhin da“, kommentiert Schumacher. Aufgrund der immer häufiger erfolgenden Familienzusammenführungen verteilen die Helfer mehr Kindersachen. Daher suchen die Helfer auch Unternehmen oder Privatpersonen, die Laptops spenden können.

Cole: „Jugendliche brauchen die Computer, wenn sie das Gymnasium besuchen wollen.“ Viele Möbel und Gebrauchsgegenstände erhalten die Helfer bei Haushaltsauflösungen. Die Ehrenamtlichen betonen aber, dass sie einen gewissen Qualitätsstandard einhalten. Als Faustregel nennt Cole: Nur Möbel oder Kleidung spenden, die man auch selbst noch benutzen würde. Das scheint immer besser zu funktionieren. „Viele Leute sagen: Kommt vor der Entrümpelung vorbei, sucht euch raus, was ihr brauchen könnt“, berichtet Schumacher. Um die Transportkosten zu decken und in Einzelfällen Zuschüsse zu ÖPNV-Monatskarten geben zu können, sind die Beschaffer aber auch auf Barspenden angewiesen.

Seit Juli betreibt Manuela Treff ihren „Näh-Treff“ und ist mit der Handarbeits-Institution jetzt auch in den Rosengarten umgezogen. Derzeit bringt die Wedelerin 16 Männern und Frauen aus verschiedenen Nationen das Nähen bei. Die Kurse sind bewusst nicht nach Geschlechtern getrennt, Treff will auch ein Verständnis von Gleichberechtigung vermitteln. Neben den handwerklichen Fähigkeiten schafft sie – ganz nebenbei – auch Deutschkenntnisse. Damit im „Treff“ weitergearbeitet werden kann, freuen sich die Näh-Fans über Stoffspenden.

Wer Möbel oder Kleidungsstücke an Flüchtlinge weitergeben möchte, erreicht Martin Schumacher unter der E-Mail-Adresse schumacher@elbekontor.de.  Wer den Näh-Treff mit Stoffspenden unterstützen möchte, kontaktiert Manuela Treff unter Telefon 0174-4156698.
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erstellt am 01.Jun.2016 | 16:00 Uhr

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