zur Navigation springen

Stadtmuseum Wedel : Neue Ausstellung widmet sich den Problemen des Alltags

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

„Grenzenlos menschlich – Migration im Blick der Kunst“ von Serpil Neuhaus im Stadtmuseum eröffnet.

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2014 | 14:00 Uhr

Wedel | „Ich male keine bunten Blumen oder schöne Landschaften, sondern interessiere mich für das reale Leben“, erklärte Serpil Neuhaus im Rahmen der Vernissage zur Ausstellung „Grenzenlos menschlich – Migration im Blick der Kunst“. Im Stadtmuseum Wedel (Küsterstraße 5) werden 23 Gemälde, fünf Sandsteinskulpturen und Zeichnungen ausgestellt. Die Vernissage war der Start der interkulturellen Wochen in Wedel.

Kulturelle Unterschiede, Scheidungen und Alltagsprobleme sind die Themen der Gütersloher Künstlerin. „Ich interessiere mich für soziale Themen und arbeite diese in meinem Werken auf“, erklärte die 66-Jährige und ergänzte: „Ich möchte, dass die Betrachter nicht nur die Werke schön finden, sondern die Geschichte hinter dem Bild erkennen.“

Ihre eigene Lebensgeschichte ist bewegt. 1947 geboren im türkischen Antalya wurde Neuhaus im Alter von 19 Jahren zwangsverheiratet. Ihr Mann ging 1966 als Gastarbeiter nach Deutschland. Sie folgte ein Jahr später und arbeitete als Näherin in Detmold und Reutlingen. 1968 kam Tochter Nilüfer zur Welt. Ein Jahr später wurde die Ehe geschieden. Nach einer Ausbildung zur Krankenschwester lernte Neuhaus ihren jetzigen Mann Rolf kennen, mit dem sie drei Kinder hat: Deniz, Tolga und Selma.

Seit 1992 ist Neuhaus künstlerisch tätig. Sie nahm Zeichenunterricht, machte eine dreisemestrige Ausbildung zur staatlich anerkannten Heilpädagogin mit Schwerpunkt Kunst und arbeitete als Kunstlehrerin. 2000 eröffnete sie ihr eigenes Atelier in Gütersloh, in dem sie noch heute unterrichtet. 2005 stellte sie ihre Werke erstmals öffentlich aus.

„Gerade in meinen Kursen finde ich Themen für meine Bilder“, erklärte Neuhaus – ebenso wie durch den Kontakt mit türkischen Familien. „Die realistischen Bilder sprechen uns aus dem Leben an“, erklärte Sabine Weiss, Leiterin des Stadtmuseums. Migration gewinne in Wedel an Bedeutung gewinne.

„Indem sie schwierigen Situationen auf die Leinwand bringt, gibt sie uns die Chance, in diese Rollen zu schlüpfen“, erklärte Kunsthistorikerin Irene Below und ergänzte: „Bei dem Lebenslauf ist es kein Wunder, dass Neuhaus sich mit dem Thema Integration auseinandersetzt.“ Neuhaus‘ Tochter Selma – Vierte in der Rhythmischen Sportgymnastik bei den Olympischen Sommerspielen 2000 in Sidney – trat im Garten des Stadtmuseums auf.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen