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Kunst wärmt kühle Bankräume : Neue Ausstellung in den Räumen der Sparkasse in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Maler Gene Paul Kleinefeld stellt bis zum 28. Oktober in der Sparkassen-Geschäftsstelle in der Gorch-Fock-Straße aus.

shz.de von
erstellt am 02.Okt.2015 | 16:30 Uhr

Wedel | Häufig sind Kunstausstellungen in den Räumen der Sparkasse nicht gerade. „Wir sind nicht dazu da, Leute zu bespaßen“, kommentiert Pressesprecher Carsten Dürkob diese Zurückhaltung. Zurzeit hat es ein Künstler wieder einmal geschafft, die kühlen Geschäftsräume in der Gorch-Fock-Straße mit Gemälden zu schmücken, der Neu-Wedeler Gene Paul Kleinefeld. Noch bis zum
28. Oktober sind hier zirka 30 seiner Arbeiten, zumeist Ölgemälde, zu sehen.

„Es war viel Klinkenputzen nötig“, verriet Kleinefeld. Aber damit hat der Künstler Erfahrung. Dies ist schließlich bereits seine 279. Einzelausstellung. Für die Sparkasse ist die Bilderschau eine willkommene Gelegenheit, einen illustren Neubürger in der Stadt zu begrüßen und zugleich ein Geburtstagsgeschenk, verriet Vorstandschef Marc Cybulski: Der Maler wird am 4. Oktober 70 Jahre alt, Sohn deutsch-amerikanischer Eltern.

Den größten Teil seines bisherigen Lebens verbrachte er auch in den USA, von 1952 bis 1996. Und auch wenn sein beruflicher Werdegang aus ihm erst einmal einen Piloten im Dienst einer großen Fluggesellschaft machte, war die Kunst ihm doch in die Wiege gelegt. Der Vater malte, eine Schwester wurde Modezeichnerin, ein Onkel war ein bedeutender Architekt. Er selbst studierte an der New Yorker Academy of Art and Sculpture, an der Akademie der Freien Künste in Zürich und am Instituto Restauro in Verona.

Rund 700 Ölgemälde tragen seine Signatur. „Wie tickt so einer? Was treibt ihn an?“ Dürkob wollte das genau wissen. Das Ergebnis seiner akribischen Recherche war eine spannende Laudatio, eher schon ein akademischer Vortrag, geistreich, witzig, mit Lichtbildern vorzüglich illustriert. Wirklich dicht an den Maler herangekommen sei er jedoch nicht, gestand der Pressesprecher der Sparkasse schließlich ein. Kleinefelds Ehrgeiz sei es, in seinen Bildern nicht als „Kleinefeld“ wiedererkennbar zu sein, fasste er seine Recherche zusammen.

„Paul Gauguin“, antwortet Kleinefeld auf die Frage, welcher Maler ihn besonders beeindruckt. Beim Rundgang durch die Ausstellung wird das sporadisch erkennbar, doch schon beim nächsten Bild könnte man an Edgar Degas denken, dann wieder an Claude Monet, an Vincent van Gogh oder Edvard Munch. „Man könnte auf die Idee kommen, dass Professor Kleinefeld die Ironie liebt, gar ein etwas schlitzohriger Mensch ist“, so Dürkob. Nicht nur seine Laudatio war packend. Spannend ist die gesamte Ausstellung und deshalb mehr als nur einen Besuch wert.

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