Neue 30er-Zonen in Rissens Süden

Geschwindigkeitsbegrenzung Altonas Grüne und SPD mahnen, den Beschluss zügig umzusetzen / Arbeiten sofort beginnen

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01. März 2017, 16:00 Uhr

Die Wedeler Autofahrer benötigen dieses Jahr Nerven. Die Ausbauarbeiten an der B  431, der Hauptverkehrsader nach Hamburg, die nach aktuellen Planungen im Sommer beginnen sollen, führen zu Verkehrsbehinderungen. Doch wer meint, dem Problem auf der südlichen Verbindung in die Hansestadt ausweichen zu können, fährt möglicherweise in die nächste Baustelle. Denn der Tinsdaler Kirchenweg und der Tinsdaler Heideweg in Rissen – Durchfahrtsstraßen um in die Hamburger City zu gelangen – sollen als Zone 30 eingerichtet werden. Und zwar so schnell wie möglich, wenn es nach den Wünschen der Politik geht.

Dass die beiden Straßen von ihrem Aufeinandertreffen an bis zur jeweiligen Kreuzung mit dem Wittenbergener Weg 30er-Zone werden, ist von der Bezirksversammlung Altona bereits vor vier Jahren beschlossen worden. Allein die Umsetzung hakte. Weil vor gut einem Monat aber ein Schulkind im Tinsdaler Kirchenweg bei einem Unfall schwer verletzt wurde, drücken die Grünen und die SPD jetzt aufs Tempo.


Bodenwellen in den Seitenstraßen


In einem gemeinsamen Antrag forderten sie während der jüngsten Bezirksversammlung, die bauliche Umsetzung, die erst für 2018 auf der Agenda stand, unverzüglich anzugehen. Zudem solle das Amt sofort und noch vor Beginn der Arbeiten den Tinsdaler Kirchenweg als Tempo-30-Zone einrichten. „Die geplanten Maßnahmen sind gut und werden helfen, das Tempo zu reduzieren. Allerdings mahlen uns die Mühlen zu langsam. Es muss sofort etwas passieren“, heißt es in einer Pressemitteilung der Altonaer Grünen. „Hilfsweise muss für die Zeit bis zum Beginn der Baumaßnahme eine streckenbezogene Geschwindigkeitsbeschränkung zwischen Wittenbergener Weg und der Einmündung von Tinsdaler Heideweg und Kirchenweg angeordnet werden“, so die konkrete Handlungsanweisung, die das Papier einfordert.

Wenn an der B  431 gebaut wird, steigt der Verkehr im Tinsdaler Kirchen- und Heideweg sprunghaft an, erklärt Eva Botzenhart, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen Fraktion Altona. Zudem hätten Messungen der Polizei bestätigt, dass in den Straßen zu schnell gefahren wird.

Knackpunkt für die Einrichtung einer 30er-Zone sei lange Zeit die Vorfahrtsberechtigung für Busse gewesen, die im verkehrsberuhigten Bereich automatisch wegfalle. Der Fahrplan könne nicht eingehalten werden, lautete lange das Argument der Betreiber. Doch die Verkehrsbetriebe Hamburg Holstein (VHH), in deren Verbund die Linie 189 durch den Tinsdaler Kirchenweg fährt, hätten sich beweglich gezeigt, berichtet Botzenhart erfreut. Um nicht zu riskieren, dass Autos beim Rechts-vor-links-Gebot aus den Seitenstraßen in den Tinsdaler Kirchenweg hinausschießen, soll nun vor der Einmündung eine Aufpflasterung und eine farbliche Markierung aufgebracht werden, das sei gemeinsamer Beschluss. Konkret heißt das: Die Seitenstraßen von Hildeweg bis Heidewisch bekommen an ihren Enden unter anderem Bodenwellen.

Konkrete Planungen gebe es bisher nur für den Kirchenweg, erläutert die verkehrspolitische Sprecherin. „Für den Heideweg wünschen wir sie uns auch. Wir müssen die beiden Straßen miteinander denken, aber wir können nur hintereinander bauen“, räumt die Grüne ein. Doch auch hier seien die Vorbereitungen in Arbeit.

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