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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. November 2017 | 07:51 Uhr

NDR dreht auf dem Bauhof

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Achtung Aufnahme Gestern wurde in Wedel das „Wort zum Sonntag“ für den ESC-Abend am 13. Mai aufgezeichnet

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Die Katholische Kirche, der Eurovision Song Contest (ESC) und der Bauhof in Wedel, wie passt das zusammen? Ganz einfach: durch das Thema, das sich Pfarrer Wolfgang Beck für sein kommendes „Wort zum Sonntag“ gewählt hat. Am Sonnabend, 13. Mai, spricht der Priester des Bistums Hildesheim im Fernsehen in seinem „christlichen Kommentar zur aktuellen Situation“ über die Sicherheit bei Großveranstaltungen. Das Thema liegt an dem Tag auf der Hand, denn das „Wort zum Sonntag“ wird mitten in die Übertragung der großen ESC-Party auf dem Hamburger Spielbudenplatz um 20.45 Uhr reingeschaltet. Die Lokation für die Aufzeichnung fand der zuständige NDR-Redakteur Eberhard Kügler: in Wedel. Hier lagern auf dem Bauhof große Betonsteine, wie sie zu hunderten auch die ESC-Party absichern werden.

Pfarrer Beck ist ein Profi, wenn es ums „Wort zum Sonntag“ geht. Seit fünf Jahren ist er Mitglied im Team der acht Sprecher. Sechs bis acht Mal ist er im Jahr dran, an die 40 Kommentare hat der Geistliche bereits aufgezeichnet. Allerdings immer im Studio, noch nie draußen. Die Open-Air-Aufnahmen sind also eine Premiere für ihn.

Und die hat es in sich. Denn schnell geht beim Fernsehen nichts vonstatten. Regisseur und Redakteur, Kameramann, Kameraassistent, Tontechniker, Beleuchter und Maskenbildnerin: Es gibt viel zu besprechen für den Vier-Minuten-Film. „Die Herausforderung liegt darin, in die Bildgestaltung Abwechslung zu bekommen und trotzdem nicht von den Worten und Gesten des Pastors abzulenken“, erklärt Regisseur Matthias Fening seine Aufgabe. Anfangs will er nur die Blöcke zeigen, in Großaufnahme. Die Kälte des Betons soll rüberkommen. Gerade das Gegensätzliche interessiert den Regisseur: „Kalte Betonklötze geben uns Sicherheit.“


Der Pfarrer muss frei sprechen


Die Anfangssätze kann Pfarrer Beck noch ablesen, denn er wird aus dem Off eingeblendet. Dann aber muss er seine Zettel fallenlassen. „Ist das ein Problem?“ Das Nein kommt etwas zögerlich. „Dann weiche ich vielleicht etwas vom Text ab“, gibt er zu bedenken. Weil Beck im freien Sprechen einzelne Begriffe tatsächlich etwas zu häufig wiederholt, wird die Szene mehrmals gedreht. Für die Mannschaft ist das kein Problem. Hier geht alles freundlich zu. Keiner muss sich in theatralischen Künstlergesten ergehen. Alle arbeiten konzentriert und miteinander. Auch wenn die Kälte bereits unter die Jacken kriecht.

„Sicherheitsfragen sind immer eine Frage nach Leben“, erklärt Pfarrer Beck den inhaltlichen Ansatz seines Kommentars. Der Frage, auf wen man vertraut, müssten sich auch Nicht-Christen stellen. Beim ESC werde über Kulturkreise und Religionen hinweg miteinander gefeiert, das sei gut so, sagt der Priester. „Die Party zwischen Betonklötzen ist immer auch ein wenig Party gegen Fanatiker, die Betonklötze nötig machen“, wird er am Schluss des Worts zum Sonntag betonen.  

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