Ausstellung : Naturgewalten erlebbar machen

<p>Windspiel: Initiatorin Carmen Oberst (Vierte von links) band Mitaussteller und Besucher in ihre Perdormance im Garten des Stadtmuseums ein. </p>

Windspiel: Initiatorin Carmen Oberst (Vierte von links) band Mitaussteller und Besucher in ihre Perdormance im Garten des Stadtmuseums ein.

„Elemente – Erde, Feuer, Wasser, Luft… Nutzbarkeit, Freudenquell und Naturgewalt“ im Stadtmuseum und Kirchturm

shz.de von
10. Juli 2018, 13:30 Uhr

„Du fasst jetzt da an und du da. Und jetzt hoch damit“, Künstlerin Carmen Oberst gab am Sonntag klare Anweisungen. Zur Eröffnung hatte sie sich eine Performance ausgedacht, um das Thema „Elemente“ entsprechend darzustellen. Eine bemalte Malerplane sollte im Garten des Stadtmuseums im Wind flattern, um eben dieses Element aufzugreifen. Da mussten nicht nur die Mitaussteller Lutz Morell, Reza Khorasani, Christian Zuther, Klaus Schlabbach, Friedel Weise-Ney, Wieland Beck, Heinz Wernicke und Helena Rennkamp  mit anpacken, sondern auch die Besucher.

„Zu meinen Projekten gehören immer viele Menschen“, sagte Oberst. „Elemente – Erde, Feuer, Wasser, Luft… Nutzbarkeit, Freudenquell und Naturgewalt“ hat sie die aktuelle Schau überschrieben, eine Gemeinschaftsausstellung des Hamburger Kunstkollektivs „Photo.Kunst.Raum.“. „Für uns gibt es normalerweise vier Elemente. Andere reden von fünf Elementen. In Asien gehört Holz mit dazu. In Wirklichkeit sind es aber vermutlich tausende Elemente, mit denen wir regelmäßig zu tun haben“, sagte Oberst.

So vielfältig präsentiert sich auch die Ausstellung im Stadtmuseum. Wernicke hat eine Apparatur installiert, die Fotos schreddert, deren Überreste auf dem Museumsboden wieder ganz neue Bildwelten erschaffen. Oberst ihrerseits sorgt mit Video und Fotoprojekten, in denen sich die Betrachtenden ehe sie es sich versehen als Betrachtete wiederfinden, für ganz neue Perspektiven. Auch während der Vernissage zückte Oberst immer wieder ihre Digitalkamera, die mittlerweile wie ein Markenzeichen um ihren Hals hängt, und fotografierte Besucher und Künstler, wenn sie nicht gerade mit dem Notebook in der Hand durch das Stadtmuseum lief. „Ich drehe immer Comic-Filme, die vielleicht mal von digitalen Archäologen ausgewertet werden“, sagte die Künstlerin.

Doch nicht nur im Stadtmuseum wurde am Sonntag präsentiert, sondern auch im Turm der Immanuelkirche am Roland. Bis zum 19.August ist dort Rennkamps Teilausstellung „Délivrance [Befreiung, Erlösung]“ zu sehen. Rennkamp sieht in den drei großen Werken auf ungerahmter Leinwand, die extra für den Panoramaraum im Kirchturm entstanden sind, eine Fortsetzung ihrer Vorgängerausstellung „Letters to Universe“, in der sie den Tod von Flüchtlingen im Mittelmehr thematisierte. „Dieser wundervolle Raum, in dem die massiven Balken so einen starken Kontrast zur weiten Aussicht, zu Licht und Luft bilden, hat mir den Ausweg gezeigt, wie ich das schwere Thema Tod künstlerisch wieder überwinden kann“, erläuterte Rennkamp. Der Kirchturm ist täglich von 13.30 bis 17.30 Uhr oder nach Vereinbarung unter Telefon (04103) 7113 oder Telefon (04103) 2143 möglich. Die Finissage findet am Sonntag, 19. August, von 15 bis 17 Uhr statt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen