zur Navigation springen
Wedel-Schulauer Tageblatt

17. August 2017 | 06:34 Uhr

„Natürlich mache ich weiter“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wedeler Weinfest Wetter und Resonanz stimmen / Königin Brenna Fearey gekürt / Oraganisator Klaus Roth setzt Zeichen auf Zukunft

„Ich muss nur nach links und rechts schauen. Das ist fantastisch“, bilanzierte Organisator Nikolaus Roth bei der Eröffnung des 28. Wedeler Weinfests. Die 600 Sitzplätze, die Roths Helferteam aufgebaut hatte, waren komplett besetzt – ebenso die 200 Sitzgelegenheiten, die die zehn Winzer auf den Rathausplatz gebracht hatten. „Das sind locker 1000 Besucher“, freute sich Roth.

Offiziell wurde das Fest mit der Krönung der Weinkönigin eröffnet. Anne Suderow reichte ihre Insignien an Brenna Fearey aus New Mexiko weiter, die bereits im vergangenen Jahr zur Wein-Prinzessin ernannt worden war. „Ich bin jetzt das dritte Jahr in Hamburg und schreibe an meiner Doktorarbeit“, sagte die Studentin der Mikrobiologie. Warum sie kandidierte? „Ich liebe Wein. Das passt einfach“, sagte Fearey. Im September steht für sie eine dreitägige Weinreise an die Mosel samt Begleitung an, die von Roth und den Winzern des Weinfests gestiftet wurde.

Und auch für ihre Nachfolge ist gesorgt. Insgesamt sechs Damen hatten sich als Prinzessinnen für das kommende Jahr beworben. Winzersprecher Linus Lorsbach aus dem Guldental in Rheinland-Pfalz testete deren Weinkenntnisse. Im Stechen entschied dann die Herkunft des Boxbeutels – übrigens aus Franken – über die Erste und Zweite Prinzessin. Aurelia Hahn aus Hamburg war einen Tick schneller als Rebecca Bartel. „Ich wohne seit gestern in Wedel und schon bin ich Prinzessin“, scherzte die 23-jährige Hahn. „Weil ich Lust auf Wein habe und Lust darauf hatte“, begründete sie ihre Kandidatur. Im kommenden Jahr könnte sie die neue Weinprinzessin werden.

Vergessen waren am Donnerstag die Querelen im Vorfeld. Zumindest bei Roth. Eigentlich hatte der 81-Jährige geplant, die Organisation an den 2015 gegründeten Roth-Wein-Club Wedel zu übergeben. „Ich hoffe, dass der Verein das Weinfest im nächsten Jahr komplett organisiert und ich nur noch Helfer bin“, hatte Roth bei der Eröffnung im vergangenen Jahr verkündet. Kurzfristig entschied er aber doch, die Veranstaltung selbst durchzuziehen. „Damit fällt der satzungsgemäße Hauptzweck des Vereins auf absehbare Zeit weg“, sagte Michael Koehn, Vorstandsmitglied und Liquidator des Roth-Wein-Clubs.

Ziel und Idee sei seinerzeit gewesen, das Weinfest in Roths Sinn weiterzuführen und vor einer Kommerzialisierung respektive der Übernahme durch irgendeine Veranstalteragentur zu schützen – mit dem Verein als Veranstalter. Roth jedoch habe zuletzt erklärt, er wolle selbst bis zur 30. Auflage im Jahr 2019 Veranstalter bleiben. Der Verein lediglich als Auftragnehmer und Unterstützer, das funktioniere nicht, so Koehn. Auf dem Weg zum Weinfest habe er die notwendigen Unterlagen zur Streichung des Vereins aus dem Vereinsregister bei einem Notar abgegeben. „Sobald die Streichung durch ist, ist der Verein aufgelöst“, sagte Koehn. Das Vereinsvermögen wird der Initiative „Menschen helfen Menschen“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Wedel gespendet.

Roth blickte bereits in die Zukunft: „Natürlich mache ich weiter. Wer soll es denn sonst machen?“ Auch Zweifel an seinem Gesundheitszustand, der ihm lange Klinikaufenthalte bescherte, räumte er aus: „Ich bin auf dem Weg der Gesundung. Ich höre noch lange nicht auf.“
>

www.weinfest-wedel.de


Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen