Nandu braucht ein Zuhause

Parkour funktioniert natürlich auch und gerade unter freiem Himmel. Um jedoch auch wetterunabhängig und zu jeder Jahreszeit trainieren zu können, sucht der Verein eine Halle mit Anbindung an den ÖPNV in Wedel und Umgebung.
Parkour funktioniert natürlich auch und gerade unter freiem Himmel. Um jedoch auch wetterunabhängig und zu jeder Jahreszeit trainieren zu können, sucht der Verein eine Halle mit Anbindung an den ÖPNV in Wedel und Umgebung.

Wedels Parkour-Verein sucht eine eigene Halle / Betrieb an sieben Tagen in der Woche geplant

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04. Mai 2018, 16:00 Uhr

Die Holzpaletten werden kurz anvisiert, ein schneller Anlauf, ein Sprung, abrollen. Das Hindernis ist bewältigt. So sieht es aus, wenn beim Verein Nandu trainiert wird. Etwa 60 Mitglieder betreiben hier die Sportart Parkour. „Wir sind noch viel größer. Allein im Schulangebot haben wir noch weitere 60 Mitglieder“, sagt der Vereinsvorsitzende Basko Falkenberg. Daher hat der Verein nun einiges vor und sucht eine eigene Halle, um das Angebot zu erweitern. Und aus einem weiteren Grund, wie Falkenberg erläutert: „In Wedel und Hamburg regnet es einfach zu häufig. Wir können auch bei Regen trainieren, aber das macht weniger Spaß.“ Zudem steige die Verletzungsgefahr.

Falkenberg sucht derzeit eine Halle für den Verein. „Ich glaube, ich kenne jede Gewerbefläche, die im letzten halben Jahr im Kreis Pinneberg und Hamburg offiziell angeboten wurde“, sagt der Vereinsvorsitzende. Doch bisher sei nichts Passendes dabei gewesen. Bei der Größe sind die Sportler flexibel. 250 bis 1000 Quadratmeter Nutzfläche suchen sie. Die Deckenhöhe sollte bei mindestens fünf Metern liegen. „Idealerweise sollte es Toiletten, Duschen und extra Räume für Büro und einen Abstellraum geben. Wir können das aber auch runterschrauben“, erläutert Falkenberg. Am liebsten würde er die Halle mieten, aber auch die Errichtung einer Leichtbauhalle sei eine Überlegung. „Wir sind bereit, viel Geld für eine perfekte Fläche zu investieren, aber haben als Verein keine unbegrenzten Mittel“, sagt Falkenberg. Was die neue Heimat der Sportler auf jeden Fall haben muss: eine S-Bahn-Anbindung oder zumindest eine Bushaltestelle. „Sie muss mit dem öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar sein. Wir haben einige Immobilien in der Marsch angeboten bekommen, aber das ist uns zu weit draußen“, so der Vereinsboss. Zwischen Bahrenfeld und Wedel sollte die neue Heimat seines Vereins idealerweise liegen. „Pinneberg, Halstenbek oder Schenefeld wäre aber auch okay.“

Der mobile Parkour-Park mit einer Air-Track Sprungmatte, Hindernissen aus Paletten und Autoreifen wird derzeit jede Woche transportiert, auf- und nach dem Training wieder abgebaut. „Unsere Trainer fangen eine halbe Stunde vor dem Training an. Die Zeit würden wir lieber in die Übungseinheiten investieren“, so Falkenberg. Er hat klare Vorstellungen, wie die Halle genutzt werden soll: „Wir wollen von montags bis sonntags durchgängig Programm haben, mindestens acht Stunden am Tag.“ Das Angebot für Schulen soll dann ebenso erweitert werden wie Vereinssport sowie Veranstaltungen wie Kindergeburtstage. „Die eigene Halle ist ein Traum, seitdem wir angefangen haben“, sagt Falkenberg.

Im Jahr 2016 gründete Falkenberg den Verein. „Wir waren schon seit 2011 in Wedel aktiv und waren erst beim Wedeler TSV und auch mal bei Cosmos.“ Vor zwei Jahren machte sich der Verein selbstständig. Ab sechs Jahren kann man im Verein Mitglied werden. „Nach oben gibt es keine Grenzen.“ Doch seien die meisten Mitglieder zwischen acht und zwölft Jahren alt. „Wir wollen die kreative Bewegung fördern, was früher jeder automatisch gemacht hat wie über einen Zaun springen oder auf einen Baum klettern“, sagt der Vereinsvorsitzende, der selbst 2011 erstmals mit Parkour konfrontiert wurde. Das Training und der Sport sollen einen Gegenpart zu den übervorsichtigen Helikoptereltern sein. „Es geht darum, eigene Bewegungen einzuschätzen, Dinge auszuprobieren und auch Risiken abzuschätzen“, sagt Falkenberg. Dennoch stehe Sicherheit im Vordergrund. Falltraining gehört ebenso zum Training wie das richtige Einschätzen von Gefahren.

Wettkämpfe gibt es im Parkour nicht. „Es gibt von den Turnverbänden die Idee, aber die Szene nimmt es nicht an.“ Sport ohne Wettkampf war es auch, was ihn reizte. „Ich habe jahrelang Leistungssport gemacht und Badminton gespielt. Später Fußball. Ich habe es gehasst. Ich hatte nie Lust an Wettbewerb“, sagt Falkenberg, der nun ohne die Jagd nach Medaillen und Pokalen die Lust an Bewegung vermitteln will.

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