Aktueller Fahrplan : Nach Bahnunfall in Elmshorn: Seit Freitagmittag rollen die Züge wieder

An fahrplanmäßigen Verkehr war am Donnerstag nicht zu denken: Stattdessen waren Arbeiter mit Kränen im Einsatz.

An fahrplanmäßigen Verkehr war am Donnerstag nicht zu denken: Stattdessen waren Arbeiter mit Kränen im Einsatz.

Um 13.21 Uhr fuhr der erste Zug von Kiel nach Hamburg. Einige Politiker fordern ein drittes Gleis am Elmshorner Bahnhof.

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17. November 2017, 15:50 Uhr

Elmshorn | Zwei Tage nach einem Zugunglück im Bahnhof von Elmshorn ist die Strecke wieder frei. Das teilte die Bahn am Freitag mit. Der erste Zug von Kiel nach Hamburg sei um 13.21 losfahren, sagte ein Bahnsprecher. In Elmshorn seien beide Gleise wieder befahrbar. Die Arbeiten seien schneller als erwartet beendet worden.

Am Mittwoch war im Bahnhof von Elmshorn der Steuerwagen und ein Reisezugwagen des Regionalzuges von Hamburg-Altona in Richtung Westerland entgleist. Zwei Personen wurden dabei leicht verletzt. Wegen des Unfalls waren Hunderte Züge im Norden ausgefallen oder umgeleitet worden, da die Strecke gesperrt werden musste. Auch am Freitag fielen vereinzelt Züge noch aus, teils, weil sie noch nicht wieder an ihren Platz gebracht werden konnten.

Über die Ursache des Unglücks sei weiter nichts bekannt, sagte der Bahnsprecher. Hier ermittle das Eisenbahn-Bundesamt, und es könne noch Wochen dauern, bis ein Ergebnis vorliege.

Nach Freigabe der Strecke ab 14 Uhr gilt im Nahverkehr folgender Fahrplan:

  • Der Zugverkehr auf den Linien RE70 (Kiel-Hamburg), RB61 (Itzehoe-Hamburg) und RB71 (Wrist-Hamburg) werden wieder aufgenommen. Die Linie RE7 (Flensburg-Hamburg) wird auch am Freitag baubedingt nur ab/bis Neumünster fahren.
  • Die Züge des Fernverkehr von und nach Kiel sowie Westerland fahren ab Samstag wieder.

Auch die Nordbahn nimmt auf ihren Linien RB 61 und RB 71 im Laufe des Freitagnachmittags den Verkehr wieder auf. Dennoch gibt es an diesem Wochenende aufgrund von Bauarbeiten einen Ersatzfahrplan.

In der Politik gibt es erste Forderungen nach Konsequenzen: Das dritte Gleis soll endlich gebaut werden. Die Elmshorner SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies bringt Entschädigungen für Pendler ins Spiel.

Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje hofft, dass der Unfall und die Chaostage im Zugverkehr den Druck auf die Bahn erhöhen. „Wir sagen das schon seit Jahrzehnten: Wenn hier was passiert, dann betrifft es das ganze Land. Der volkswirtschaftliche Schaden ist gar nicht zu ermessen.“ Mit einem dritten Gleis gebe es wenigstens eine Ausweichmöglichkeit.

In die gleiche Kerbe schlägt Beate Raudies: „Dieser Unfall macht deutlich, dass die Forderungen nach einem Dritten Gleis zwischen Elmshorn und Hamburg sowie einer zusätzlichen Durchfahrtmöglichkeit im Bahnhof Elmshorn weiterhin aktuell sind.“ Sie hat darüber hinaus einen weiteren Vorschlag: „DB Regio und nah.sh sind gut beraten, über eine Entschädigung der Pendler nachzudenken.“ Denn das, was Pendler in den vergangenen Wochen auch wegen der Bauarbeiten hätten aushalten müssen, gehe über das normale Maß hinaus.

„Der Bahnhof Elmshorn ist ein hoch gefährdeter Engpass mit Auswirkungen auf ganz Schleswig – Holstein und die Metropolregion Hamburg“, meint der Elmshorner SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann. Er hat deshalb seine Forderung nach einem zusätzlichen Überholgleis im Elmshorner Bahnhof mit einer weiteren Bahnsteigkante und einem dritten Gleis im Streckenabschnitt Elmshorn – Eidelstedt mit Nachdruck erneuert. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael von Abercron ist ebenfalls Befürworter eines dritten Gleises. „Das fordere ich schon seit langem. Ich hoffe, aus dem Unfall werden Lehren gezogen und das dringend benötigte Projekt wird endlich in Angriff genommen.“

„Ein drittes Gleis wäre sicherlich eine Ergänzung, die den Bahnverkehr im Norden entlastet. Dann wäre bessere Takt- und Haltefrequenz an den Bahnhöfen im Kreis möglich“, so Cornelia Möhring, Bundestagsabgeordnete der Linkspartei.
 

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