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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. August 2017 | 06:37 Uhr

Prozess : Mutter getötet: Sohn vor Gericht

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

29-Jähriger soll Hülya A. mit dem Messer verstümmelt und erwürgt haben. Der Angeklagte hat seine Familie schon vor der Tat bedroht.

Wedel | Ein Hamburger muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Itzehoe verantworten. Der 29-Jährige soll im Mai seine Mutter, die Wedeler Frauenrechtlerin Hülya A., getötet haben. Laut Staatsanwältin Maxi Wantzen hat der Mann seine Mutter am Vormittag des 3. Mai erwürgt und mit 44 Stichen verstümmelt. Die Anklage lautet auf Totschlag. Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Die Verhandlung soll morgen fortgesetzt und ein psychiatrisches Gutachten präsentiert werden. Außerdem soll die Entscheidung des Gerichts fallen.

Der Hamburger, der nach Zeugenaussagen bereits seit mehreren Jahren an paranoider Schizophrenie leide, äußerte sich nicht zu den Tatvorwürfen. Der Angeklagte war bereits vor der Tat polizeibekannt. Immer wieder hätten Mitglieder seiner Familie seit 2010 die Einsatzkräfte gerufen. „Seit April 2014 haben sich die Einsätze gehäuft“, sagte eine Beamtin der Kriminalpolizei Itzehoe. „Mein Bruder hat auch mir und meinem Vater regelmäßig gedroht, uns zu töten“, sagte der jüngere Bruder des Angeklagten vor Gericht.

Familienmitglieder zeigten sich nach dem Prozessbeginn fassungslos. „Es war früher eine glückliche, unauffällige Familie. Der Angeklagte war ein ruhiger Typ“, sagte ein Cousin des Witwers. „Hülya war eine engagierte Frauenrechtlerin. Sie hat sich immer für Menschenrechte und soziale Dinge eingesetzt“, sagte der Verwandte.

Nach der Tat wurde der Sohn am Berliner Hauptbahnhof festgenommen

Polizisten hatten die tote Frau am 3. Mai gegen 16 Uhr gefunden, nachdem Nachbarn die Beamten alarmiert hatten. Hülya A. war nicht wie vereinbart zu einem Termin erschienen. Besorgte Verwandte hatten sich deswegen vor dem Haus versammelt und lautstark gefordert, die Tür zu öffnen. Die Mordkommission fahndete bereits wenige Stunden später nach dem 29-jährigen Sohn. Er wurde schließlich im Berliner Hauptbahnhof festgenommen und später in eine psychiatrische Klinik gebracht, wo er derzeit in Behandlung ist.

Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Die Verhandlung soll morgen fortgesetzt und ein psychiatrisches Gutachten präsentiert werden. Außerdem soll die Entscheidung des Gerichts fallen.

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erstellt am 05.Nov.2014 | 12:00 Uhr

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