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Wedel : Musikschule startet „Wedeler Musik und Medien Projekt“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Von Songwriting bis zum Konzert-Management: Sprachförderung auf musikalische Art. Bund fördert die Arbeit mit 30.000 Euro.

shz.de von
erstellt am 24.Feb.2015 | 16:15 Uhr

Wedel | „Wedeler Musik und Medien Projekt“, heißt die neue Initiative, die Michael Schröder, Leiter der Musikschule Wedel, zusammen mit Sandro Jahn und Fabio Niehaus ins Leben gerufen hat. Die Idee brachte Schröder aus Istanbul mit. „Dort haben 13 Nationen am Pasch-Camp des Goethe Instituts teilgenommen, die eines gemeinsam hatten: die deutsche Sprache“, sagt Schröder.

„Pasch“ steht für „Schulen: Partner der Zukunft“ und wurde 2008 vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufen. Seither wurde ein weltweites Netzwerk von rund 1500 Partnerschulen geschaffen, die Deutschunterricht anbieten. Während der Veranstaltung in der Türkei entwickelten die Schüler selbst Songs, die sie am Ende vorführten. Natürlich auf Deutsch. „Wir waren von dem Modell begeistert und wollten es auf uns übertragen“, so Schröder.

Angesichts leerer Stadtkassen und Kürzungsplänen stellte sich allerdings die Frage: Wer soll das bezahlen? Als die Bundesregierung das „Bündnis für Bildung“ ins Leben rief und finanzielle Mittel für Musikschulen und andere Einrichtungen bereitstellte, sah Schröder die Chance. Anträge wurden ausgefüllt, eingereicht, überarbeitet. Dann kam die Zusage. 30.000 Euro fließen projektgebunden an die Wedeler Musikschule. Das „Wedeler Musik und Medien Projekt“ – oder kurz „WEMMP“ war geboren. Am Sonnabend ab 10 Uhr und Sonntag ab 14 Uhr startet der mittlerweile dritte Wochenendworkshop.

„Ziel der Bundesregierung ist es, mit dem Geld Jugendliche und Kinder mit Migrationshintergrund oder aus Brennpunkten zu fördern“, so Schröder. Er wandelte die Vorgabe für die Rolandstadt um. „Wir wollten Kinder erreichen, die sonst nicht unbedingt zu dem Klientel der Musikschule zählen“, so Schröder. Durch den Ganztagsbetrieb in der Barlachschule war schnell ein Partner gefunden und die erste Neugier geweckt. Gut 20 Schüler kamen – freiwillig – zum ersten Treffen.

Das Ziel war schnell klar: Vor den Sommerferien wollen die Schüler ein Konzert aufführen. Die Musik wird selbst geschrieben – ebenso die Songs. Dazu kümmern sich die Schüler um Aufbau, Beleuchtung, Ton und auch um das Marketing für die Veranstaltung. „Die Schüler sollen Eigentverantwortung lernen und übernehmen“, hofft Schröder und hat sich selbst ein Ziel gesetzt: „Ich würde mich freuen, wenn etwas für das spätere Leben hängenbleibt. Vor allem das Gefühl, etwas von A bis Z auf die Beine gestellt und durchge zogen zu haben.“

Geiger werden noch dringend gesucht

Inhaltlich solle die deutsche Sprache via Popmusik vermittelt werden. Wie das geschieht, ist offen. Die Schüler sollen ihre Ideen, Gefühle und Emotionen einbringen. „Wir bringen ihnen dann bei, diese in Texten zu verarbeiten“, so Schröder. Die Musikschüler bringen ihr musikalisches Know-How am Schlagzeug, der E-Gitarre, Violinen, Klarinetten und Cello ein. „Wir wollen klar machen: Es ist nicht wichtig woher du kommst, sondern was du einbringst.“ Daher geht es nicht nur um das Geschehen auf der Bühne, sondern die Organisation der gesamten Veranstaltung. „Vielen ist nicht bewusst, wie wichtig Licht oder der richtige Ton ist, damit ein Konzert überhaupt funktioniert“, sagt Schröder. Ebenso wichtig dabei: die Kommunikation untereinander. „Das A und O ist die Sprache. Das ist immer der Knick. Wenn man sich nicht ausdrücken kann, wird man links liegen gelassen.“

Einmal im Monat treffen sich die Schüler der Barlach-Schule in ihrer Freizeit in der Musikschule. Sechs Probewochenenden seien bis zum Konzert im Juni geplant. „Wer ein Instrument spielt und mitmachen will, kann sich gerne bei der Musikschule melden“, lädt Schröder ein. Vor allem Geiger seien noch gesucht. Eines soll auch nach dem Sommer – unabhängig von Fördergeldern – erhalten bleiben: „Das Wedeler Orchester-Projekt wollen wir als Klassik- und Poporchester auf jeden Fall weiterführen.“

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