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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. Oktober 2017 | 20:13 Uhr

Wedel : Musik in ihrer ältesten Form

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Vlatko Kucan bietet ab 21. November den Kursus „Improvisation“ an Wedels Musikschule an. Freies Spiel soll Entwicklung fördern.

shz.de von
erstellt am 07.Nov.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Musikschulleiter Michael Schröder kennt seinen neuen Dozenten schon seit einem gemeinsamen Auftritt in Hannover bei der „Pyropoetischen Parkmusik“. „Ich bin froh, dass er da ist und wir ein neues Ensemblemitglied der Musikschule präsentieren können“, sagt Schröder über seine Neuverpflichtung. Vlatko Kucan wird zukünftig einen neuen Kursus anbieten. Der Titel: „Improvisation“. Am Sonnabend, 21. November, findet von 15 bis
17 Uhr ein Schnuppertermin statt. Kosten: sechs Euro.

„Improvisation ist ein sehr spannendes Gebiet“, sagt Kucan. Der Einstieg sei mit unterschiedlichsten musikalischen Voraussetzungen möglich. „Man muss kein hochausgebildeter Geigenvirtuose sein, um neue Wege zu eröffnen und seine Ideen einzubringen“, sagt Schröder. Selbst Anfänger könnten an dem neuen Kursus teilnehmen. „In der klassischen Ausbildung ist wenig Platz für Kreativität“, kritisiert Kucan und ergänzt: „In dem Moment, in dem man sagt, man hat keine Noten, entsteht eine ganz andere Stimmung.“

Die Musik sei sicherlich eine andere als bei Mozart, doch gebe es kein Chaos, sondern Interaktion. „Man hört schnell, dass Musik entsteht, die sinnvoll ist“, versichert Kucan. Die Musiker müssten nicht nur auf ihr eigenes Spiel achten, sondern mit den anderen interagieren. „Man kann auch Dinge machen, die mit dem Instrument sonst nicht erlaubt sind“, so Kucan. Durch die Auseinandersetzung mit den Mitspielern und dem Instrument entstehe schnell ein Gespräch darüber, „was Musik ist“. „Es sollen nicht alle neue, schräge Musik machen“, sagt Kucan und zieht einen Vergleich: „Mit einem Ball kann man Fußball spielen, aber man erkennt schnell, dass auch andere Spiele möglich sind.“ Die Improvisation sei eine Möglichkeit, Musik zu entdecken. „Improvisation ist die älteste musikalische Form“, erläutert Kucan. Im Laufe der Jahre habe es sich zum Privileg bei der Ausbildung von Jazz-Musikern entwickelt. Für Kucan zu wenig: „Improvisation sollte Platz in allen Bereichen der Musikausbildung finden. Sie steht in keinster Weise im Gegensatz zur konventionellen Ausbildung.“ Viel mehr sei es eine Förderung des künstlerischen Reifungsprozesses. Der Kursus soll nach dem Schnuppertag am 21. November voraussichtlich donnerstags stattfinden. Je nach Teilnehmerzahl könnten auch mehrere Kurse angeboten werden.

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