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Wedel-Schulauer Tageblatt

22. Oktober 2017 | 21:48 Uhr

Mord bei Kerzenschein und Wein

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

krimi Mit Einbruch der Dunkelheit wurde in Haselau die blutrünstige Geschichte der von Ahlefeldts in passendem Ambiente erzählt

In Hamburg gibt es die Nacht der Museen, in Haselau wurde am Freitag die erste Nacht im Heimatmuseum bei Kerzenschein und mit der Lesung einer historischen Mordgeschichte gefeiert. Der Verein für Sammlung und Erhalt historischer Gegenstände hatte bei einbrechender Dunkelheit unter ihrem Vorsitzenden Dieter Günther zu einem besonderen Abend in die beiden Haselauer Museumsgebäude eingeladen.

Zuerst wurden die 20 Gäste von Günther in Haus II, der 1897 erbauten Durchfahrt des einstigen Gasthofes Wüstenberg, mit einem Rheinländer Zinn 40 begrüßt. Angestoßen wurde auf den großzügigen Sponsor Volker Klein, der die Illumination der Außenwand des Museums finanzierte und damit nicht nur für ein optisches Highlight am Eingang des Dorfes gesorgt hat, sondern auch für einen mahnenden Wink an die rasenden Autofahrer in der engen Kurve vor dem Museum. Anschließend machte sich die nächtliche Gesellschaft auf den Weg ins Haupthaus, auf der anderen Straßenseite an der Haseldorfer Chaussee 50  a. In dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus, wo der Verein in liebevoller Arbeit historische Arbeits- und Alltagsgegenstände gesammelt, sortiert und in einem schönen Rahmen untergebracht hat, erwartete die Gäste eine lange Tafel mit weißem Damast und silbernen Kerzenständern. Im schummrigen Licht harrten die Besucher erwartungsfroh bei Wein, Bier und Snacks der Mordgeschichte, die sich am 21. August 1598 laut einiger Chronisten direkt vor den Toren des Museums abgespielt haben soll. Perfekt wurde das Ambiente durch die knisternde Musik von Enrico Caruso, die aus einem alten Grammophon mit Handkurbel erklang.

Den Anfang der gruseligen Geschichte über den blutigen Familienstreit derer von Ahlefeldt auf ihrem Weg vom Burggraben nach Haseldorf las Günther vor, gefolgt von Rolf Herrmann, Vereinsmitglied und Bürgermeister von Haselau. Er hatte die Begebenheit der spätabendlichen Auseinandersetzung zwischen den Cousins Marquard von Ahlefeldt auf Haselau und Detlev von Ahlefeldt auf Haseldorf unter der Verwendung der Chronik der Gemeinde Haselau von 1999, der Stäcker-Chronik von 1948 über die Haseldorfer Marsch und Zeitungsausschnitten der Elmshorner Nachrichten von 1990 in einer kleinen Broschüre wiedergegeben.

Fast waren die Schüsse zu hören, die vor 419 Jahren vom Haseldorfer Vetter und dem Haushofmeister auf Marquard von Ahlefeldt und seinen Freund Jürgen von Zarnow abgefeuert wurden. Zarnow starb, Marquard überlebte schwer verwundet. Die Fehde zwischen den Familien sollte noch viele Generationen andauern.

Im Museum dagegen wurde noch lange friedlich geklönt – gemütliche Ausklang eines ganz besonderen Museumsabends in der Marsch. Es gab sogar noch drei Theater-Gutscheine für die richtigen Antworten auf drei Fragen zu gewinnen.

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