Moorwegschule: Frühdienst kommt

31 Familien melden Bedarf an: Rat beauftragt Verwaltung mit Einrichtung zum kommenden Schuljahr

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10. Mai 2018, 16:00 Uhr

Grünes Licht für den Frühdienst der Schulkindbetreuung an der Moorwegschule: Bei Enthaltung der CDU stimmte der Rat für die Einrichtung zum neuen Schuljahr, „um die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu gewährleisten“. So heißt es in der Vorlage, die SPD und Grüne ursprünglich als Dringlichkeitsantrag für den Bildungsausschuss formuliert hatten. Wie berichtet, wurde dort die Dringlichkeit nicht anerkannt, weshalb das Papier direkt in den Rat ging.

Nachdem von Seiten der Schule keine Bewegung in Richtung früherer Unterrichtbeginn signalisiert werde (wir berichteten), „sind wir mehr oder weniger in der Pflicht, etwas zu tun“, sagte Lothar Barop (SPD). Er warnte vor möglichen gravierenden Konsequenzen für Arbeitnehmer, die es nicht schaffen, aus dem Betreuungsloch herauszukommen. Dies unterstrich auch Maren Burrows von der Elterninitiative Wedel. Laut einer Bedarfsabfrage in den Klassen eins bis drei der Schule und in einem Teil der Kitas hätten sich 31 Familien gemeldet, die ohne den Frühdienst im neuen Schuljahr vor großen Problemen stünden. „Diese Familien brauchen Planungssicherheit“, appellierte Burrows an die Politik, zeitnah zu entscheiden. Zumal die Moorwegschule die einzige Schule im Kreis mit spätem Unterrichtsbeginn ohne Frühdienst sei.

Das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf müsse ernst genommen werden, befand auch Heidi Garling (CDU). Ihre Fraktion sehe jedoch viele offene Fragen, die erst von der Verwaltung geklärt werden müssten. Zudem verwies sie auch Punkt vier des Antrags, wonach ein finales Gespräch zwischen Schulleitung und Stadt geführt werden solle, um möglicherweise doch noch einen früheren Schulbeginn für alle Klassen zu erreichen. Garlings Vorschlag, das Thema noch einmal in den Bildungsausschuss zu geben, stieß nur bei der WSI auf Beifall. SPD und Grüne quittierten ihn mit deutlichem Protest. Petra Kärgel (Grüne) warnte davor, „das Thema zu verschleppen auf Kosten und auf dem Rücken der Eltern“. Die Schule, das habe sich gezeigt, werde sich nicht bewegen, so Kärgel, und die Eltern bräuchten den Vorlauf. „Wir müssen jetzt entscheiden“, sagte Kärgel und schlug vor, den Gesprächsauftrag aus dem Antrag zu streichen. SPD, FDP und Linke stimmten der Streichung zu. Die CDU verzichtete auf den Antrag auf Verweis.

Bürgermeister Niels Schmidt erklärte, er sehe den Beschluss als Arbeitsauftrag. Tatsächlich soll die Verwaltung laut Antragstext Kostenverteilung und eine Vorgehensweise für eine zeitnahe Umsetzung noch liefern. Er sehe insbesondere in der Personalgewinnung noch Schwierigkeiten, so Schmidt.

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