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Wedel-Schulauer Tageblatt

13. Dezember 2017 | 01:15 Uhr

Moorschützer auf Expansionskurs

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Jahreshauptversammlung Vorsitzender Johann Behnke einstimmig im Amt bestätigt / Weitere Landkäufe geplant

Raus in die Natur und kräftig anpacken: Beim Verein „Schutz des Tävsmoors“ geht es oft auch körperlich zur Sache. Während der Jahreshauptversammlung im Heistmer Lindenhof standen aber weder Baumpflege- noch Buddelarbeiten an, sondern vor allem Vorstandswahlen. Gut 80 der 136 Mitglieder machten von ihrem Wahlrecht gebrauch und bescheinigten dem Vorstand unter der Leitung von Johann Behnke (76), der seit mehr als zwei Jahrzehnten im Amt ist, durch einstimmiges Votum ihre höchste Zufriedenheit mit seiner Arbeit.

So viel Zuspruch – das beeindruckte auch die Bürgermeister von Appen und Heist, auf deren Gelände sich das Tävsmoor erstreckt. „Mehr als die Hälfte der Mitglieder ist hier, diese Resonanz ist phänomenal“, lobte Heists Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU). Das Geld, das Heist in die Vereinskasse zahle, sei gut angelegt. Appen gibt pro Einwohner zehn Cent, Heist das Doppelte.

Die Finanzen sind gut, davon konnte Kassenwart Rainer Witthohn berichten. Weil 2016 keine Flächen angekauft wurden, konnte er ein Plus von 2450 Euro auswerfen. 46  800 Euro hat der Verein auf der hohen Kante. „Aber wir brauchen diesen Handlungsspielraum“, betonte Witthohn. Denn damit das Biotop eine gesicherte Zukunft hat, sind weitere Flächenankäufe geplant. „Es sind einige in Aussicht“, betonte er.

Behnke überzeugte mit einer positiven Bilanz. „2016 war wieder ein arbeitsreiches Jahr“, sagte er. So seien beispielsweise im Januar und Februar an mehreren Tagen jeweils acht- bis zwölfköpfige Teams im Moor unterwegs gewesen, um Wege freizuschneiden. Die meiste Arbeit habe das Entfernen der Amerikanischen Traubenkirsche gemacht. Sie ist den Hütern des Moores ebenso ein Dorn im Auge wie die Birken, die dem Moor das Wasser entziehen. Nur wenn sie weichen, können Sonntau, Moorsbeere und Wollgras genug Licht zum Wachsen bekommen.

Als nützliche Helfer haben sich die Burenziegen erwiesen, die auch in diesem Jahr wieder zur Sommerbeweidung eingesetzt werden. Und auch der Kampf gegen das Jakobskreuzkraut werde weitergeführt, so Behnke.

Zweifach punkten konnte im Beisein des neuen Kommandeurs der Unteroffizierschule der Luftwaffe, Oberst Michael Skamel, Thorsten Göpfert (Foto). Der Stabsfeldwebel hielt nicht nur einen informativen, kurzweiligen und reich bebilderten Vortrag über die „Engländerzeit“ von 1945 bis 1955 im Fliegerhorst Uetersen, wie die Marseille-Kaserne bis 1975 hieß, sondern er berichtete auch über den Fund von Uhu-Nachwuchs. Auf dem langen Schießstand für Gewehre in der Standortschießanlage Heist hatte ein Uhu-Pärchen ausgerechnet im sogenannten Kugelfang ein Nest gebaut. Die beiden Jungtiere wurden nachts vom Muttertier versorgt. Als der Schießstandwart das Nest im Mai 2016 entdeckte, hat er sofort die zuständige Försterin beim Bundesforst, Meike Rehdner, informiert. Die Schießbahn wurde für etwa zwei Wochen gesperrt. Die Jungvögel wurden von Experten beringt und zusätzlich mit einer Nachtsichtkamera überwacht.

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