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Bürgerprotest : Moorrege: Wieder Schelte für den Schulverkauf

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Moorreges Bürgermeister verweist auf Schweigepflicht.

Moorrege | Über mangelndes Bürgerinteresse können sich die Mitglieder des Moorreger Gemeinderats derzeit nicht beklagen. Auch während der Bauausschussitzung am Mittwochabend im Amtshaus waren wieder zahlreiche Gäste erschienen. Abermals stand Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) im Kreuzfeuer der Kritik wegen des Verkaufs der Alten Schule Oberglinde. Mitglieder der Bürgerinitiative Gegenwind machten erneut ihrem Unmut Luft. Das Vertrauen in den Bürgermeister sei zerstört, sagte eine Zuhörerin in der Einwohnerfragestunde. Weinberg blieb ruhig und verwies auf das eingereichte Bürgerbegehren: „Zu einem laufenden Verfahren kann ich keine Stellungnahme abgeben, das sieht der Gesetzgeber so vor.“

Das Schweigen des Bürgermeisters brachte SPD-Urgestein Franz Hehnke auf den Plan. „Ist die Zurückhaltung der Antworten des Bürgermeisters rechtens?“, wollte er vom diensthabenden Protokollführer des Amts Geest und Marsch Südholstein (Gums) wissen. Dieser entgegnete, dass die Beantwortung von Bürgerfragen in den Kommunen unterschiedlich gehandhabt werde. An Weinberg gerichtet sagte Hehnke zu dessen Schweigen: „Wie kann das angehen, ich habe das in den Vorjahren von Ihnen nicht erlebt.“ Alle wüssten doch, so Hehnke, dass der Bürgermeister vor dem Beschluss im Rat Fakten geschaffen habe.

Weinberg blieb gelassen, forderte die SPD-Fraktionsmitglieder auf: „Schreiben Sie mir, was aus Ihrer Sicht nicht rechtens ist, dann antworte ich Ihnen.“ Im Übrigen sei der Verkauf im Bauausschuss mit dem Einvernehmen der SPD gefallen. Das wiederum wollte SPD-Gemeindevertreter Thorsten Dührkop nicht auf sich sitzen lassen. „Wir haben nur genickt“, sagte er. Ausschusschef Wolfgang Burek (CDU) widersprach vehement: „Wir haben das abgestimmt.“ Und er kartete nach: „Michael Adam haben Sie ja abgesägt.“ Der parteilose Adam, der sich 15 Jahre lang auf dem SPD-Ticket engagierte, war plötzlich von der Bildfläche verschwunden und hatte sein Mandat zurückgegeben. Dührkop konterte: „Der ist freiwillig gegangen.“

Auf den Appell einer Zuhörerin, die Alte Schule Oberglinde, die ein Kleinod sei, nicht der Dampframme zu übergeben, antwortete Weinberg: „Wir haben schon zwei Schulgebäude.“ Und er verwies auf den liebevoll restaurierten Bau in der Klinkerstraße 82, in dem das Heimatmuseum und das Bienenmuseum untergebracht sind, sowie das dahinterliegende Gebäude, in dem das Kulturforum und die Diakoniestation Elbmarsch ihr Domizil haben.

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erstellt am 16.Jun.2017 | 12:00 Uhr

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