zur Navigation springen

Bundesfreiwilligendienst bei der Stadt Wedel : Mohamad Alzabadi und Mohammed Matini waren das Herumsitzen leid

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Syrer leisten Bundesfreiwilligendienst bei der Stadt Wedel. Die beiden Männer aus Damaskus freuen sich über die vielen neuen Kontakte. Beide sind aber auch für ihre Arbeitgeber unentbehrlich geworden.

Wedel | Mohamad Alzabadi und Mohammed Matini waren das Herumsitzen leid. Eineinhalb Jahre sind sie schon in der Rolandstadt. Arbeiten durften sie ohne geklärten Aufenthaltsstatus noch nicht. Also engagierten sich die beiden jungen Syrer, wo sie konnten. Mohammed Matini machte ein dreimonatiges unbezahltes Praktikum an der Altstadtschule, Mohamad Alzabadi glänzte schnell in verschiedenen Kampfsportarten. Und beide haben in der VHS schon recht gut Deutsch gelernt.

Vormittags besuchen sie nach wie vor die Sprachkurse

Das machte sie zu idealen Kandidaten für die zwei Bundesfreiwilligendienst-Stellen, die von der Stadt angeheuert werden durften. Mohammed blieb so für weitere zwölf Monate an seiner Schule, Mohamad landete im Stadtteilzentrum „mittendrin“. Für beide waren es Teilzeitstellen, denn vormittags besuchen sie nach wie vor zertifizierte Sprachkurse an der Volkshochschule. Jetzt, neun Monate als Bufdis im Einsatz, zogen die beiden gemeinsam mit Regine Kindler-Witte von der Altstadtschule und „mittendrin“-Leiter Rainer Bleuel Zwischenbilanz.

Für die beiden Männer aus Damaskus war die Antwort leicht und eindeutig. Immer wieder beteuerten sie, wie sehr sie ihre Arbeit schätzen und sich über die vielen neuen Kontakte freuen. Beide sind aber auch für ihre Arbeitgeber unentbehrlich geworden. Die Schule müsse oft mit Eltern kommunizieren, die kein Wort Deutsch sprechen, führte Kindler-Witte ins Feld. Ohne Mohammeds Hilfe wäre sie da manchmal aufgeschmissen. Ähnliches gelte für das Stadtteilzentrum, pflichtete Bleuel bei. Die gegenseitigen Einblicke in die verschiedenen Kulturen seien ein weiterer Bonus der Zusammenarbeit.

Schmidt: Beispiel für gelungene Integration

Bürgermeister Niels Schmidt nutzte die Gelegenheit, das insgesamt gute Miteinander der alteingesessenen Bürger mit den vielen Neuankömmlingen hervorzuheben. Die beiden jungen Männer seien beispielhaft für gelungene Integration, denn sie selbst bringen sich vorbehaltlos ein und die Wedeler unterstützen sie dabei nach Kräften.

Inzwischen haben sich auch die Zukunftsperspektiven der beiden entscheidend verbessert. Mohammed, den soziale Aufgaben anziehen, wird voraussichtlich nach einer sozialpädagogischen Ausbildung von der Altstadtschule übernommen. Mohamad macht eines seiner Hobbys zum Beruf: Der begeisterte Fotograf sicherte sich eine Ausbildungsstelle beim Hamburger Betrieb des japanischen Herstellers Olympus.

Wie gut er mit der Kamera umgeht, bewies er ganz nebenbei mit einer stimmungsvollen Nachtaufnahme der Wedeler Altstadt, die er aus Dankbarkeit dem Bürgermeister schenkte. Das Wohnen in Wedel ist für die beiden Noch-Geringverdiener allerdings ein Problem. Mohammed sucht noch, Mohamad ist da schon einen Schritt weiter.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 22.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert