Heist : Mittelalterliches Luther-Spektakel

Alle Kinder durften an der festlich gedeckten Tafel Platz nehmen und im abgedunkelten Klassenzimmer bei Kerzenschein Honigbrot essen und Wasser trinken.
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Alle Kinder durften an der festlich gedeckten Tafel Platz nehmen und im abgedunkelten Klassenzimmer bei Kerzenschein Honigbrot essen und Wasser trinken.

Projekt zum Reformationstag in der Grundschule: Ein Vergnügen ganz ohne Geister und Halloween-Kürbisse.

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01. November 2013, 16:00 Uhr

Auf eine Zeitreise ins Jahr 1517 haben sich am Donnerstag die 87 Jungen und Mädchen der Grundschule Heist begeben. Luther statt Halloween lautete die Losung, die Rektorin Elsbeth Kruse ausgegeben hatte. Gemeinsam mit Lehrern, etwa 20 Eltern sowie Schulsozialarbeiterin Carmen Baldzun und Pastorin Vivian Reimann-Clausen sorgte Kruse für einen spannenden und abwechslungsreichen Morgen rund um die Entstehungsgeschichte der evangelischen Kirche.

Schulleiterin Kruse hatte sich prächtig herausgeputz und in ein Burgfräulein verwandelt. Los ging der Projekttag mit einem von den Kindern gestalteten Gottesdienst in der Aula. Die Dritt- und Viertklässler spielten drei Szenen aus dem Leben Martin Luthers nach. In der Rolle des Reformators beeindruckte Maximilian Weckwert (9). Pastorin Reimann-Clausen lobte: „Er ist Klasse, es ist sehr authentisch.“

Die Grundschüler durchliefen sechs Stationen, beklebten Holzkreuze mit bunten Perlen, schneiderten sich Mönchsgewänder aus alten Bettlaken – die Kordeln hatten sie im Unterricht gedreht–, hörten Geschichten über den Gründervater der evangelischen Kirche und schrieben mit Gänsekielen und Tinte in Sütterlinschrift auf Pergament.

Natürlich gab es auch ein mittelalterliches Mahl an einer Kerzen geschmückten langen Tafel. Eltern hatten selbst Brot gebacken, das mit Honig bestrichen verspeist wurde. Zu trinken gab es – ganz stilecht – Wasser.

Ein Höhepunkt war das Erlernen mittelalterlicher Tänze unter der Leitung von Christina Schnoor, Evelyn Franke und Inga Keßler. Der Projekttag war im Unterricht thematisch vorbereitet worden. Es wurde besprochen, welche Bedeutungen das bei den Kindern inzwischen populäre Halloween und der Reformationstag haben. „Sie haben etwas gemeinsam, und zwar das Thema Angst“, sagte Kruse. Der eine mache Angst – Halloween mit seinen Geistern – der andere nehme sie – Luther. Die Kinder hatten sichtlich Freude an ihrem Luthertag ohne Grusel und Spuk.

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