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Wedel-Schulauer Tageblatt

14. Dezember 2017 | 18:35 Uhr

Mit viel Drive und Lebensfreude

vom

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Wedel | Mit seinem legendären Boogie Woogie beschließt Axel Zwingenberger am Montagabend das Festival "Pianos an der Elbe". Im Interview sagt der international erfolgreiche Pianist und Komponist, was das Publikum erwarten kann, wer seine Musik hört und was Boogie Woogie mit Dampfloks zu tun hat.

Herr Zwingenberger, kennen Sie Wedel eigentlich, waren Sie schon mal hier, gibt es gute oder schlechte Erinnerungen oder ist Wedel "Neuland"? Axel Zwingenberger: In Wedel habe ich nach meiner Erinnerung noch kein Konzert gespielt, schön, einen neuen Spielort kennenzulernen! Wie viele Konzerte geben Sie als Solokünstler pro Jahr, wie viele davon im Ausland? So 100 bis 120 Konzerte sind es im Schnitt, davon gut ein Drittel im Ausland. Kann man die Altersstruktur des Publikum beschreiben, das zu Ihren Konzerten kommt? Ist das Publikum immer ähnlich oder unterscheidet es sich zum Beispiel im Ausland vom hiesigen Publikum oder in Deutschland zwischen großstädtischen und ländlichen Besuchern? Das Publikum ist durchgehend gemischt. Hierzulande ist es schwerpunktmäßig eher Mittelalter und älter, was ich aber auch bei anderen Veranstaltungen sehe, wo Livemusik gespielt wird. Im Ausland ist das Publikum oft deutlich jünger. Das habe ich zum Beispiel in Brasilien oder Japan erlebt, auch in südeuropäischen Ländern ist das so. Das hat damit zu tun, dass Boogie Woogie dort eine eher unbekannte Musik ist, also nicht bei den Eltern im Plattenschrank steht. Daher ist das etwas Neues, was die Jungen für sich entdecken können und unbelastet von irgendwelchen Images oder Klischees einfach in seiner Lebendigkeit und Lebensfreude genießen können. Gibt es eigentlich genug Nachwuchs für Boogie und Blues zum Beispiel, die ja eher "alte" Musik sind? Ich kenne über 100 Pianisten hierzulande persönlich, die diese Musik spielen. Viel mehr als damals, als ich anfing - da waren wir im deutschsprachigen Raum zu fünft, und anderswo sah es auch nicht anders aus. Uns hat es damals überhaupt nicht gekümmert, dass Boogie Woogie auch vor 40 Jahren schon "alt" war - ich kannte es nicht, also war es neu für mich und unglaublich faszinierend. Ich lerne eigentlich jede Woche junge, begabte Menschen kennen, die begierig darauf sind, diese Musik spielen zu lernen. Die Nachwuchssituation ist also besser als jemals zuvor.
Klavierkumpels und Klassiker als Vorbilder

Welches sind Ihre musikalischen Vorbilder? Vor allem die großen Boogie Woogie-Klassiker Albert Ammons, Meade "Lux" Lewis und Pete Johnson. Ich bin aber auch durch meine alten Klavierspielkumpels wie George Möller, Vince Weber oder Martin Pyrker beeinflusst worden, ebenso wie von den originalen Jazz- und Bluesgrößen, mit denen ich spielen durfte. Dazu gehörten zum Beispiel Big Joe Turner, Lionel Hampton, Champion Jack Dupree, Jay McShann und viele andere. Wie sind sie auf das Lokomotiven-Hobby gekommen und welchen Einfluss hat es auf Ihr Programm in Wedel? Dampfloks haben mich schon als Kind fasziniert, ich bin mit ihnen aufgewachsen. War schon toll, wenn so ein dampfender schwarzer Drache auf dem Schienenstrang entlang getobt kam. Boogie Woogie hat einen rollenden Grundrhythmus im Achteltakt, damit kann man solch einen Dampfzug wunderbar symbolisieren, und es gibt viele Stücke in dieser Musikform, die sich mit der Eisenbahn beschäftigen. Das wird das Publikum in Wedel auch bei meinem Konzert erleben können. Worauf können sich die Gäste der Boogie Night noch freuen? Es wird ein Boogie Woogie- und Blueskonzert mit viel Drive, Lebensfreude und auch bluesigen Momenten werden. Alles werde ich hier noch nicht verraten, und zum Schluss gibts sicherlich auch noch eine Session.

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