Mit Herzen gegen Schmerzen

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05. Juni 2012, 01:14 Uhr

Haseldorf/Haselau | "Mit dem Herzen sehen" - dieses Motto zog sich wie ein roter Faden bei dem diesjährigen Kulturtag des Kulturvereins Haseldorfer Marsch in der Bandreißerkate in Haseldorf durch alle Aktionen. Spätestens bei Telemanns Kanon "Ich will den Herrn loben", von der Kantorei Haselau unter der Leitung von Michael Horn-Antoni perfekt schwungvoll gesungen, war auch der letzte der mehr als 100 Besucher in der Galerie der alten Kate hellwach.

Auch der folgende "Plattdüütsche Gottesdeenst" mit Haseldorfs Pastor Helmut Nagel hielt den Geist - nun schon im zwölften Jahr in Folge - in Schwung. Eine winzige Broschüre aus der Apotheke mit dem Titel "Entschleuniger" war für Nagel der Anlass, über die Hektik des Alltags und die Hilfe des Heiligen Geistes zu philosophieren.

In schönstem Dithmarscher Platt konnte Nagel auf schlichte und humorvolle Weise eine Botschaft zum Nachdenken vermitteln. In der Zwiesprache mit Gott gibt es ein gegenseitiges Lob - auch in kritischen Situationen - mit dem ebenso einfachen, wie hilfreichen Fazit für Gott und Mensch: "Schön, dass es Dich gibt". Die musikalische Untermalung der Kantorei Haselau mit ganz unterschiedlichen Werken von Klassik bis Gospel begeisterte das Publikum.

Auch die Patchwork-Gruppe der Haseldorfer Landfrauen "zeigte Herz," mit Näharbeiten zum Zuschauen. Frauen aus Moorrege, Uetersen und Haseldorf engagieren sich für die Aktion "Herzen gegen Schmerzen," eine ursprünglich aus den Vereinigten Staaten stammende, von Nancy Friis-Jensen nach Dänemark gebrachte und inzwischen auch in Deutschland weit verbreitete Idee: Aus Baumwolle werden Kissen mit Füllwatte in Herzform für Frauen, welche an Brustkrebs erkrankt sind, genäht und mit einem Zettel vieler guter Wünsche versehen. Die Kissen werden unter den Arm geschoben und schützen so die Operationswunde vor Stößen und auch der Druck wird von der Narbe genommen.

Für die "Sternenbrücke" waren Maren Plüschau und Angela Schuldt an einem Stand mit vielen selbst gebastelten "Schutzengeln" und von Helfern gestrickten Strümpfen vertreten. Sie engagieren sich seit einigen Monaten ehrenamtlich für das Kinderhospiz "Sternenbrücke" in Rissen, klären auf und sammeln Spenden. Die "Sternenbrücke" bietet sowohl ein Entlastungspflegeangebot als auch die Begleitung der gesamten Familie in der letzten Lebensphase von Kindern an. Unter dem Titel"Miteinander - Füreinander" wurde die Idee zu einem sozialen Netzwerk von einigen Gemeindevertretern aus Haseldorf vorgestellt. Im Augenblick befinden sich die unterschiedlichen Beteiligten noch im Aufbruch, angedacht sind ein unentgeltlicher und freiwilliger Austausch zwischen Jung und Alt oder auch Aktionen, wie zum Beispiel "Rasenmähen gegen Flötenunterricht".

Auf dem Platz vor der Kate wurde von den Besuchern leckere "Suur Supp" gelöffelt, Sekt und Selters getrunken und ganz viel geklönt. Die Gäste wurden fachkundig durch die Museumsräume geführt, wobei natürlich das Bandreißerhandwerk mit Detlef Büll und Wilfried Kahnert wieder einen großen Raum einnahm und so manchen Besucher zum Staunen brachte. Auch konnte die Ausstellung mit "Monotypien" von Peter Huch in der Galerie noch einmal bewundert werden.

Eingebettet in schönste Farbenpracht der Blumen und Stauden im Bauerngarten der historischen Kate fanden die Ytong-Skulpturen der Workshop-Teilnehmer unter der Leitung von Barbara Rühl einen passenden Rahmen.

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