Holm : Mit einem Tauflied in die Charts

Ein Auftritt mit Folgen: Bei der Taufe seiner Tochter spielte Tim Linde (Dritter von links) mit Pastor Andreas Wandtke-Grohmann (rechts) und dem Halstenbeker Alexander Wolff (links) sowie Musikprofessor Sven Hiemke „Wasser unterm Kiel“. Nun soll der Titel die Charts erobern.
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Ein Auftritt mit Folgen: Bei der Taufe seiner Tochter spielte Tim Linde (Dritter von links) mit Pastor Andreas Wandtke-Grohmann (rechts) und dem Halstenbeker Alexander Wolff (links) sowie Musikprofessor Sven Hiemke „Wasser unterm Kiel“. Nun soll der Titel die Charts erobern.

Der Neu-Holmer Tim Linde hat für seine kleine Tochter ein Lied geschrieben und wird damit von einem Musikproduzenten entdeckt.

shz.de von
28. Juni 2014, 10:00 Uhr

„Das klingt wie eine sehr schön ausgedachte Geschichte.“ Wenn Tim Linde über sein neustes Projekt erzählt, staunt er noch immer. Es ist schließlich nicht alltäglich, dass ein Musikproduzent anklopft und einen in die Charts katapultieren will. Der Titel „Wasser unterm Kiel“ ist poppig-maritim und wird am Freitag, 18. Juli, veröffentlicht. Geschrieben und komponiert hat es der selbstständige Kameramann als eine ganz besondere Liebeserklärung: zur Taufe seiner kleinen Tochter.

„Ich wollte ihr etwas mit auf den Weg geben“, erzählt der 37-Jährige mit jungenhaft verschmitztem Lächeln. Seit seiner Kindheit musiziert er. Erst hatte Linde Klavierunterricht, später stürzte er sich auf die Gitarre, hatte sogar in seiner damaligen Heimat Krefeld eine Band namens Loco. Ein Star werden – damals war das für Linde ein Traum.

Auch heute noch textet und komponiert Linde – für den Hausgebrauch. So war das auch mit „Wasser unterm Kiel“. Er wollte es gemeinsam mit Freunden während der Taufzeremonie vor etwa 30 Gästen spielen – und allen zur Erinnerung eine CD überreichen. Durch seine Firma hat der Unternehmer Kontakt zu einem Hamburger Tonstudio. Dort spielte er die „Give-away“-CD ein. Der Inhaber war so begeistert von dem mitsingtauglichen Titel, dass er ihn dem Produzenten René Münzer vorspielte. Münzer, der unter anderem die Bands Orangeblue und Schné produziert, war entzückt. Und zwar so sehr, dass nicht nur die Single herauskommt, sondern für Herbst ein Album mit „Liedermacher-Pop“ geplant ist.

Die Aufmerksamkeit überrollt Linde ein bisschen. Gemeinsam mit Frau und Kindern – der Sohn ist drei, die Tochter inzwischen ein Jahr alt – will er in Kürze nach Holm ziehen. Derzeit läuft der Umbau des gekauften älteren Einfamilienhauses auf Hochtouren. Da – quasi nebenbei – noch eine Musikerkarriere reinzuquetschen, ist nicht einfach. Aber die Familie steht hinter dem Kreativen.

Der Text von „Wasser unterm Kiel“ trifft offenbar den Nerv der Menschen, sagt Linde. Es sei ein weltlicher, aufgeklärter Blick auf das bevorstehende Leben einer Einjährigen. Ein christliches Lied ist es nicht – Linde ist aus der Kirche ausgetreten–, aber es ist eine Anlehnung an die zehn Gebote.

Wer reinhören will, kann das bei Youtube. Auch einen Facebook-Auftritt hat Linde. Der Titel ist ab 18. Juli weltweit auf 240 Plattformen als Download erhältlich.

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