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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. August 2017 | 06:47 Uhr

Wedel : Mit Bienenweide die Welt retten

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Schüler beschäftigen sich im Rahmen der JRG-Projektwoche mit der Rettung der Bienen. Morgen Info-Stand in der Bahnhofstraße.

Wedel | „Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr – keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen.“ Dieses Zitat wird Albert Einstein (1879 bis 1955) zugeschrieben. Der Physiker, Nobelpreisträger und Vegetarier erkannte bereits vor mehreren Jahrzehnten die Wichtigkeit der schwarz-gelben Insekten. Und es steht nicht gut um die Bienen. „Sie sind bedroht“, sagt der 12-jährige David Beyer aus Wedel. Im Rahmen der Projektwoche des Johann-Rist-Gymnasiums (JRG) leitet er derzeit den Kursus „Rettet die Bienen, rettet die Welt“. Die Gruppe, sechs Jungen und ein Mädchen, hat sich ein Ziel auf die Fahnen geschrieben: Sie wollen über die Notwendigkeit der Bienen aufklären und somit die Tiere – und die Welt – retten.

Während der Projektwoche waren sie bereits fleißig: Am Montag wurde das Vorgehen geplant und Plakate sowie Flyer gebastelt. Am Dienstag ging es gemeinsam mit den Pädagogen, der Biologielehrerin Beate Götz und Deutsch- und Lateinlehrer Andreas Becker, in den botanischen Garten in Hamburg. Dort gab es gemeinsam mit einem Projektkursus, der sich um die Gestaltung des JRG-Gartens kümmert, eine spezielle Führung.

„Ich kann das nur unterstützen. Alles, was man für den Erhalt der Artenvielfalt tut ist wichtig“, so die Lehrerin. Der Garten vorm Gymnasium verfüge bereits über ein gutes Nahrungsangebot für die Insekten. Künftig wolle man noch mehr darauf achten, so Götz.

Seinen Weltrettungsauftrag hat David vor der eigenen Haustür bereits erfolgreich umgesetzt: Er gestaltete den Garten des Elternhauses bienenfreundlich um. Auch noch jetzt im September blühen dort ein paar Blumen, der 12-Jährige hat im Frühjahr Bienenweide gesät. Das ist eine Saatmischung mit vielen verschiedenen wilden Blumensorten, die besonders gut als Nahrung für Insekten geeignet sind. Zwei große Bienenhotels bieten artgerechten Unterschlupf.

Solche bauten die Schüler auch gestern. Das Holz dafür wurde von der Firma Lüchau gespendet, ein Mitarbeiter vom Wedeler Bauhof half die Bretter zuzuschneiden. Die kleinen „Regale“ werden mit Steinen, Stroh und Holz gefüllt. „Darin fühlen sich die Wildbienen wohl“, so David.

„Alles hängt von den Bienen ab“, sagt David. Und Josef (11) fügt hinzu: „Auf kleinen Tieren basiert Vieles.“ „Und wenn es keine Bienen mehr gäbe, gäbe es auch sonst nicht mehr viel. Dann könnte man nur noch Getreide und Schweinefleisch essen – keine Früchte“, sagt Simon (11). In Europa fehlten bereits 30 Prozent der Bienen, viele Völker seien krank. In China seien sie fast ausgerottet. „Dort bestäuben die Menschen Pflanzen per Hand, das dauert sehr lange“, erklärt Simon. Auch die Eltern Beyer unterstützen das Projekt. „Es ist faszinierend, wie viele Bienen und Schmetterlinge wir hier hatten“, sagt Mutter Anja.

Heute übergeben die Schüler Bürgermeister Niels Schmidt ein großes Bienenhotel. Es soll im Autal aufgebaut werden. Auch am Mühlenteich wird noch diese Woche eines aufgestellt.

Am morgigen Freitag wollen die Schüler öffentlich über ihr Thema informieren. Ab 9 Uhr stehen sie in der Bahnhofstraße in Höhe des Rewe-Supermarkts und in den Welau Arcaden. Im Gepäck haben sie ihre Flyer, Bienenhotels zum Kauf, Bienenweide gegen eine kleine Spende und eine Menge überzeugender Argumente.

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erstellt am 11.Sep.2014 | 10:00 Uhr

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