zur Navigation springen
Wedel-Schulauer Tageblatt

18. Oktober 2017 | 10:07 Uhr

Mit 17 Jahren in den Bundestag

vom

shz.de von
erstellt am 03.Aug.2013 | 03:14 Uhr

Wedel | Seinem großen Traum ist er einen guten Schritt näher gekommen: Vier Tage lang hat David von Nobbe Bundestagsluft geschnuppert. Der 17 Jahre alte Wedeler Gymnasisast war einer von 312 Jugendlichen aus der Bundesrepublik, die beim Planspiel "Jugend und Parlament" mitgemacht haben. Vier Tage lang Berliner Luft atmen, vier Tage lang das Leben eines Bundestagsabgeordneten leben.

Dafür schlüpfte David, eigentlich Mitglied bei den Grünen, in die Rolle des 55 Jahre alten Felix Jakobi, in seiner fünften Mandatszeit Abgeordneter der Christlichen Volkpartei (CVP), dem fiktiven Pendant zur CDU. Wie alle Teilnehmer vertrat er nicht seine eigene Partei und eigenen Standpunkte, sondern musste sich auf die Politik einer anderen Organisation einstellen. "Gerade das macht das Planspiel interessant", sagt er. Davids Tage waren lang: Im Bundestag diskutierte er mit Fraktion und Opposition, feilte an Gesetzesentwürfen und traf "echte" Bundestagspolitiker. Abends im Hostel ging es für ihn und die anderen Jugendlichen weiter. "Da diskutierten Erzkonservative und Ultralinke bis in die Nacht", sagt er. "Das hat fast mehr Spaß gemacht als das Planspiel."

David wurde von seiner Partei in den Ausschuss für Gleichstellungsfragen gewählt - eigentlich nicht seine erste Wahl. Dennoch schickte seine Fraktion ihn als Redner für das Thema "Anonymisierte Bewerbungen" in die Debatte. "Das war mein persönlicher Höhepunkt", sagt David. Und ein bißchen Stolz schwingt mit, als er erzählt, dass der Gesetzesentwurf, für den er plädierte, auch angenommen wurde. Schwieriger war es, in der eigenen Regierungskoalition einen Konsens mit den Liberalen zu finden. "Wir mussten viel verhandeln." Und dann musste er sich auch noch mit seiner Fraktion abstimmen und seine Rede schreiben. "Ich bin erst gegen 3 Uhr morgens in Bett gekommen - und war an nächsten Tag total heiser", erinnert er sich. Er hat es dennoch gewuppt.

Davids Fazit nach den vier Tagen Bundespolitik: Die Arbeit der Parlamentarier ist vielfältg, aber auch anstrengend. "Ich war vier Tage lang sehr müde." Dennoch sei die Zeit lohnend gewesen. "Die Atmosphäre hätte kaum besser sein können. Ich fühle mich in meinen positiven Erwartungen bestätigt und kann das jedem empfehlen, der Interesse an Politik hat." Da verwundert es kaum, dass die bundespolitische Bühne noch immer Davids Traum ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen