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Wedel-Schulauer Tageblatt

14. Dezember 2017 | 16:50 Uhr

Wedel : Mieses Klima für Radler in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Rolandstadt bei ADFC-Test im Landes- und Bunds-Ranking auf hintersten Plätzen

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Rang 274 von 292 im Bundesvergleich der Städte unter 50.000 Einwohnern, im Landes-Ranking Platz 18 von 21: Miese Noten für Wedel beim Ende diese Woche veröffentlichten ADFC-Fahrradklima-Test 2014. Gerade mal auf eine 4,2 im dort verwendeten Schulnotensystem bringt es die Rolandstadt nach der laut ADFC größten Erhebung ihrer Art weltweit mit 100.000 Teilnehmern. 51 Radler stimmten in Wedel ab.

Mit 5,4 am schlechtesten benotet ist die Führung an Baustellen in der Stadt. Nur wenig besser steht es um die Breite der Radwege: Hier kassiert Wedel eine 5,3. Eine 5,2 gibt es für die Radwege-Oberfläche. Genau die war jüngst erst im Bauausschuss Thema, verbunden mit der Idee, ein Kataster für die Radwege zu erstellen: Aus Kostengründen wurde dies jedoch abgelehnt.

Ebenfalls nur Fünfer-Noten gaben die Test-Teilnehmer für Ampelschaltungen für Radfahrer, für Radförderung in jüngster Zeit, Falschparkerkontrollen und Winterdienst auf Radwegen sowie Werbung für das Radfahren. Vergleichsweise gut weg kamen dagegen die Erreichbarkeit des Stadtzentrums (Note 2,2), die Möglichkeit zügigen Radfahrens (2,5) und die für Radler in Gegenrichtung geöffneten Einbahnstraßen in Wedel.

Die Oberflächenbeschaffenheit und die Breite der Radwege stehen denn auch ganz hinten beim Städtevergleich der Stärken und Schwächen. Ebenfalls auf den letzten drei Plätzen ist die Radförderung. Relativ stark ist Wedel im Städte-Vergleich dagegen nicht nur bei der ÖPNV-Fahrradmitnahme und den gegenläufig geöffneten Einbahnstraßen. Auch bei der Frage nach dem Angebot öffentlich zugänglicher Leihräder steht die Stadt mit seinem häufig kritisierten Wedelecs-System gut dar. Allerdings auch nur im Vergleich mit noch schlechter bewerteten Angeboten. Für Wedels Leihsystem geben die Test-Teilnehmer zwar nur die Note 4,1. Die Durchschnittsnote insgesamt bei den Vergleichstädten liegt allerdings bei 4,7. Immerhin: Bei der Eingangsfrage des Tests, ob Radfahren in Wedel denn Spaß machen würde, gab’s zehnmal die Note 1, 29 Mal die Note 2 und 14 Mal die Note drei. Insgesamt liegt der Notenschnitt beim Spaßfaktor bei 3,4, also so grad noch ein „Befriedigend“.

Für den Wedeler ADFC-Vorsitzenden Arne Meier ist das schlechte Ergebnis nicht überraschend. „Es hat sich in Wedel beim Thema Radfahren nichts zum Guten verändert. Es wird nicht investiert, es wird nicht geworben.“ Auch sei den Autofahrern nach wie vor nicht bewusst, wo sich Radfahrer bewegen dürften und wo nicht. Meiers Forderung: „Es wäre gut, wenn sich Wedel endlich mal klar pro Radverkehr und für eine Förderung aussprechen würde.“ Zumal trotz widriger Umstände immer mehr Menschen aufs Rad umsteigen würden.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist laut Eigenauskunft die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit. Der Test wird gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Mehr als 100.000 Menschen hätten bei der sechsten Auflage im Herbst 2014 abgestimmt. Der Test bestand aus 27 Fragen. Die Teilnehmer bewerteten mit Noten von 1 bis 6 beispielsweise, ob Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob die Stadt in letzter Zeit viel für den Radverkehr getan hat, ob es häufig Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern gibt und ob man sich als Radfahrer sicher fühlt. Nur 16 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien ADFC-Mitglieder, so der Club.
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