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Seit 30 Jahren Kantor : Michael Horn-Antoni ist ein Menschenfänger für die Musik

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Michael Horn-Antoni ist seit 30 Jahren Kantor der Kirchengemeinde Haselau. Jetzt gibt er ein Solo-Orgelkonzert mit John-Lennon-Songs.

Haselau | Er bringt Menschen zum Singen und spielt sich mit seinen Kompositionen in die Herzen der Zuhörer: Michael Horn-Antoni ist im besten Sinne ein Menschenfänger für die Musik. Seit 30 Jahren ist er Kantor an der Haselauer Dreikönigskirche. Seine Gospel-Werkstatt lockt Sänger aus der gesamten Region in die Marsch. Ans Aufhören denkt der 68-Jährige noch lange nicht. Am Freitag bittet er zum Konzert: Anlässlich des 75. Geburtstag von John Lennon spielt er an der Lobback-Orgel von ihm arrangierte Kompositionen des Mitbegründers der legendären britischen Band The Beatles.

Horn-Antoni ist vielseitig. In Mettmann geboren und Zweitältester von fünf Kindern, kommt er früh mit der Musik in Kontakt. Sein Vater Kurt ist kaufmännischer Angestellter – in seiner Freizeit aber leitete er einen Posaunen- und Männerchor. Seine Mutter Elisabeth singt mit den Kinder und spielt Klavier. Kein Wunder also, dass Horn-Antoni mit sieben Jahren Klavierunterrricht nimmt. Beim ersten öffentliche Auftritt ist er zwölf Jahre alt.

Nach dem Abitur studiert Horn-Antoni Musik, je acht Semester in Fulda und Lübeck. Die Orgel in Fulda ist eine der größten Deutschlands, hat fast 100 Register. „Besser geht’s nicht“, sagt Horn-Antoni. Lehrer will er werden, neben Musik auch für Sport und Religion. Bodenständig, wie er ist, unterrichtet er von 1975 bis 2013 am Theodor-Heuss-Gymnasium in Pinneberg.

Während der Bundeswehrzeit hat er die Marsch für sich entdeckt – und zieht 1985 nach Haselau. „Ich war es leid, jeden Tag in Uhlenhorst einen Parkplatz zu suchen und Knöllchen zu kassieren“, sagt er verschmitzt. Der Fellini-Fan lebte in einer Wohngemeinschaft. Zwei Monate dauerte es, bis er in Haselau als Kantor dienstverpflichtet wurde – vom damaligen Pastor Egon Pfeiffer. Der wollte nur kurz und knapp wissen: „Können Sie am Wochenende vertreten?“ Horn-Antoni konnte.

Anfangs spielte der Musiker auf einer 1960er-Jahre-Orgel: „Die war aus Lübeck und versifft.“ Seit 2002 sitzt er an einer Lobback-Orgel. Die Anschaffung kam aus dem Nichts. Schuld sei vermutlich Monika Schwinge. Die ehemalige Pröpstin ist als Musikliebhaberin bekannt und musste damals häufig zur Vertretung nach Haselau. „Es kann sein, dass ich ihr mein Leid geklagt habe“, sagt Horn-Antoni augenzwinkernd.

Fotografieren ist seine zweite Leidenschaft

Auf den Gospel-Zug ist er 1995 gesprungen – mit seinen Schülern. Ein Jahr später bittet er zur ersten Gospel-Werkstatt in Haselau. Die gibt’s seitdem vier Mal im Jahr. Nachwuchssorgen kennt Horn-Antonie nicht: „Ich hatte vier Schulchöre, damit konnte ich auffüllen, die Sänger wuchsen ja immer nach.“

Die von Horn-Antoni geleitete Kantorei genießt hohes Ansehen. Während andere Chöre unter Personalnot leiden, musste er eine Aufnahmesperre erteilen. Die Sänger sind so heiß auf Perfektion, dass einige sogar Gesangsunterricht nehmen.

Wenn Horn-Antoni nicht gerade wieder mal ein neues Arrangement schreibt, ist er mit der Kamera unterwegs. Auch in Paris. Dort besucht er seit vielen Jahren in den Osterferien einen Freund. Früher gab es zwischen ihm, seinem inzwischen verstorbenen Vater und seinem Bruder Martin Horn – Fotograf, Journalist und Technik-Chef an der Oper Düsseldorf – einen unausgesprochenen Wettstreit um die schönsten Bilder. Seine Motive sind unter anderem Passagen und Eisenbahnschienen – immer in Schwarz-Weiß. Paris ist seine Liebe: „Ich könnte einen schönen Reiseführer schreiben.“

Am Freitag, 9. Oktober, wäre der Musiker John Lennon 75 Jahre alt geworden. Zur Erinnerung an den vor 35 Jahren in New York ermordeten Ex-Beatle gibt Michael Horn-Antoni in der Heilige Dreiköningskirche in Haselau, Dorfstraße, ein Benefizkonzert für Flüchtlinge im Kreis Pinneberg. Los geht’s um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet neun Euro, eine Ermäßigung ist möglich.
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erstellt am 07.Okt.2015 | 15:00 Uhr

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