Von Wedel in die Welt : „Mexiko, das war der Hammer“

Bennet Schüttke kommt aus Mittelamerika zurück, seine Schwester Phelina bricht nach Australien auf. Ihr Zimmer wird Isabella aus Brasilien in Beschlag nehmen. Jacobshagen
Bennet Schüttke kommt aus Mittelamerika zurück, seine Schwester Phelina bricht nach Australien auf. Ihr Zimmer wird Isabella aus Brasilien in Beschlag nehmen. Jacobshagen

Spielend Fremdsprachen lernen: Bennet Schüttke lebte dank Rotary-Austausch ein Jahr im Ausland. Jetzt für 2016/17 bewerben.

shz.de von
24. Juli 2015, 16:30 Uhr

Wedel | Übernächtigt sieht Bennet Schüttke nicht aus, obwohl der 17-Jährige erst vor 15 Stunden wieder in Deutschland landete. Nach einem Jahr in Mexiko. Im Gegenteil: Der weltreisende junge Mann blickt hellwach auf die heimische Elbe und macht einen äußerst zufriedenen Eindruck. „Es war toll“, zieht er kurz und bündig positive Bilanz.

Schüttke war mit dem Rotary-Jugendaustausch ein Jahr in Saltillo, „das ist eine Stunde unter Monterrey“, klärt er fachkundig auf. Dort sei alles schon sehr anders gewesen, sehr interessant. Das Schulsystem beispielsweise kennt in Mexiko keine Klassen, sondern nur Kurse. Das gefiel dem Schüler: „So lernte man ständig andere Leute kennen.“

Schüttke war während des einen Jahres in drei verschiedenen Familien untergebracht. Das ist Konzept bei Rotary, erläutert André Bade, im Wedeler Club für den Jugenddienst zuständig. Die erste Familie kannte Deutschland, weil sie fünf Jahre hier lebte. Die zweite war dann „komplett mexikanisch“ und die dritte „ein bisschen strikt“, so der 17-Jährige. Bedeutet: „In der Woche nur bis 22 Uhr raus.“ Das kam bei Schüttke nicht so gut an. Der Abschied ist ihm trotzdem sehr schwergefallen: „Alle waren am Weinen“, berichtet er.

An die Anfangszeit kann sich der Schüler noch gut erinnern. „Alle sind ein bisschen kleiner und man wird angestarrt wie ein Popstar.“ 600 Menschen wollten mit ihm am ersten Tag ein Foto machen, sagt er. „Die meisten waren Mädchen“, wirft Schüttkes Schwester Phelina ein. Sie stand mit ihrem Bruder über Skype und Facebook in Kontakt. Und: Sie empfindet genauso wie er starkes Fernweh. Deswegen hat sie sich ebenfalls beim Rotary-Austausch beworben – und das Auslandsjahr bekommen.

Wer Interesse hat, kann sich beim Wedeler Jugenddienst-Beauftragten  André Bade bewerben: Bündtwiete 31f, 22880 Wedel, Telefon 0172-3476144. Infos gibt es auch im Internet unter: www.rotary-jugenddienst.de

Jeder Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren, auch Nicht-Rotarier, werden unterstützt, erklärt Bade. Ein Jahr Ausland entweder während oder nach der Schule, lautet das Angebot. Die Unterbringung in den Familien organisiert und bezahlt der Rotary Club Wedel. Ein Taschengeld steuert der örtliche Club bei. Finanziert werden muss lediglich der Hin- und Rückflug, so Bade. Wer Lust hat, kann sich ab sofort für das Jahr 2016  /  2017 bewerben.

Die 16-jährige Phelina bricht bald nach Australien auf. Drei Wünsche könne man angeben, ihr erster sei es geworden, erklärt sie strahlend. Eine blaue Rotaryjacke besitzt die Schülerin bereits. Da kommen die Anstecker der anderen Rotary-Austauschschüler dran, die sie vor Ort trifft. Und man trifft viele. Denn Rotary organisiert stets eine dreiwöchige Rundreise für seine Schützlinge. „Das war der Hammer“, sagt Bennet begeistert und zählt auf, was er alles gesehen hat: Maya-Pyramiden, Schluchten, Krokodile, Affen in Bäumen und Papageien auf seinem Arm.  

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